hr1 ZUSPRUCH
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Porträt einer lächelnden Frau mit grauem, kurzem Haar und einer modischen Brille. Sie trägt ein dunkles Oberteil und eine Perlenkette. Der Hintergrund ist weich und neutral gehalten.

Eine Sendung von
Almut Siodlaczek,
Sozialarbeiterin und Diakonin Ev.-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), Ober-Ramstadt

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Ein Mensch in Anzug und ein humanoider Roboter schütteln sich die Hände vor einer Landschaft mit einem Sonnenuntergang und Industrieanlagen im Hintergrund. Die Szene symbolisiert die Interaktion zwischen Mensch und Technologie.

Nicht durch KI ersetzbar

Steffi sucht eine Arbeitsstelle. Viele Jahre war sie selbständige Übersetzerin. Das hat ihr Spaß gemacht und sie konnte ihre Miete davon bezahlen. Leider geht das nicht mehr. An ihr liegt es nicht. Sie kann die Sprachen immer noch und sie würde gerne weitermachen, aber die Aufträge haben sich verändert.

Wenn sich Berufe plötzlich verändern

Übersetzungen macht längst die KI. Menschen werden nur noch für Korrekturen gebraucht. Die KI macht nämlich Fehler. Aber für Korrekturen bezahlen die Kunden nicht mehr so viel. Also reicht es nicht für Steffis Miete. Als ich die Geschichte höre, bin ich erschrocken. So schnell sind Menschen ersetzbar?

Automatisierung im Alltag

Anderswo passiert das auch: In einem Café um die Ecke fährt ein kleiner Roboter das Essen an die Tische. Das sieht cool aus und ersetzt eine Servicekraft. In Heimen sollen Pflegeroboter bei der Arbeit unterstützen. Klingt einerseits gut – weil sowieso viel zu wenig Personal da ist. Andererseits bleibt es für mich gruselig.

Menschliche Nähe bleibt zentral

Ich glaube, an vielen Stellen brauchen wir immer noch echte Menschen. Mit echten Händen. Und mit Herz. Beim Ausflug der KiTa-Gruppe: Wer tröstet, wenn ein Kind weint? In der Schule beim Streitschlichten: Wer schaut genau hin und vermittelt im Ernstfall? Im Jugendzentrum, in der Hospizarbeit – Menschen brauchen Menschen. Persönlicher Kontakt, ein Händedruck im richtigen Moment. Das ist nicht ersetzbar.

Warum Gemeinschaft ein Grundbedürfnis ist

In der Schöpfungsgeschichte der Bibel steht: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“ (1. Mose 2,18) Ich lese daraus: es gibt ein Grundbedürfnis nach menschlicher Gemeinschaft. Nach echtem Kontakt zu anderen. Das bleibt. Auch wenn sich vieles verändert.

Neue Chancen trotz Wandel

Steffi hat übrigens eine interessante Stellenausschreibung gefunden. Sie kann sich vorstellen, in der Verwaltung einer sozialen Einrichtung zu arbeiten. Dort kann sie unterstützen, wo Menschen anderen Menschen die Hand reichen. Und ihre Sprachkenntnisse wird sie dort bestimmt auch brauchen. Ich wünsche ihr, dass es klappt.