Mit vereinten Kräften
Was für Neuigkeiten aus Rom! Papst Leo wird an diesem Osterfest ein neues Lehrdokument veröffentlichen: „Ecclesiae futura“ – „Die Zukunft der Kirche“. Gemeint ist: der katholischen Kirche. Darin werden zwei fundamentale Neuerungen verkündet, für die viele Katholikinnen und Katholiken schon seit Jahrzehnten kämpfen: Priester sollen heiraten dürfen. Und Frauen werden zu Weiheämtern zugelassen – als Diakoninnen und als Priesterinnen.
Solche besonderen Rollen sind allerdings die Ausnahmen
Wer jetzt nach Luft schnappt vor Freude oder vor Schreck, erinnere sich: Heute ist der 1. April. Diese Nachricht ist ein Aprilscherz. Leider.
Im Jahr 2026 finde ich das mehr als traurig: In meiner eigenen Kirche gibt es immer noch eine klare Geschlechterdiskriminierung. Frauen können nicht geweiht werden. Ein wesentlicher Teil kirchlicher Aufgaben bleibt Frauen in der katholischen Kirche damit verwehrt: in Liturgie und Seelsorge, Pastoral und natürlich auch in der Kirchenleitung. Immerhin lassen einige Bistümer Frauen als Gemeindeleitung zu oder vereinzelt in besonderen Führungspositionen: Im Bistum Mainz ist eine Frau die Bevollmächtigte des Generalvikars; mit diesem und dem Bischof leitet sie sogar das Bistum. Solche besonderen Rollen sind allerdings die Ausnahme von der Regel.
Zu beiden Themen wünscht er sich Offenheit
Seit 24. Februar hat die Deutsche Bischofskonferenz einen neuen Vorsitzenden: Heiner Wilmer, den Bischof von Hildesheim. Er gilt als moderater Reformer. Zu beiden Themen wünscht er sich Offenheit: Ehelosigkeit bei Klerikern könnte freiwillig werden, auch die Diskussion über Weihen von Frauen möchte Wilmer offenhalten. Natürlich ist der Bischof von Hildesheim nicht der Papst und die katholische Kirche in Deutschland nicht der Maßstab für die Weltkirche.
Vielleicht wird der Aprilscherz doch Wirklichkeit
Trotzdem hoffe ich, dass die katholische Kirche bereit ist, Grundsätzliches in Frage zu stellen. Und vielleicht wird mein Aprilscherz eines Tages doch Wirklichkeit. Für eine Kirche der Geschwisterlichkeit, mit vereinten Kräften.