hr1 ZUSPRUCH
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Hartmann, Christoph

Eine Sendung von
Christoph Hartmann,
Lehrer und Referent für katholische Schulpastoral, Fulda

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Ein junger Mann mit Sonnenbrille sitzt am Steuer eines Autos. Er trägt ein einfaches T-Shirt und hat eine modische Frisur. Im Hintergrund sind grüne Wiesen und ein leicht bewölkter Himmel sichtbar. Das Interieur des Autos ist modern und gut ausgestattet.

In Gottes Tempo fahren

Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, merke ich manchmal, wie schnell mich der Straßenverkehr selbst unter Spannung setzt. Jemand drängelt oder fährt so, als gehöre ihm die Straße allein Und schon merke ich: Jetzt werde ich selbst ungeduldig.

Wenn Autofahren stresst

Eine aktuelle Langzeitstudie der Unfallforschung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft bestätigt diesen Eindruck: Die Aggressivität im Straßenverkehr nimmt zu und auch das Handy spielt dabei eine Rolle. Die Forscher sehen zwei wichtige Ursachen: zunehmende Hektik und die ständige Erreichbarkeit.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich: Beides hängt zusammen. Wer ständig unter Zeitdruck steht und immer erreichbar sein muss, nimmt diese Unruhe vielleicht auch mit ins Auto.

Einen Gang herunterschalten

Dabei könnte gerade die Fahrt eine Gelegenheit sein, einen Gang herunterzuschalten. Einfach mal wirklich am Stoppschild halten. Nicht auf die Spur wechseln, nur weil es dort vielleicht ein wenig schneller vorangeht.

Auch die ständige Erreichbarkeit darf Pause haben. Bei mir haben sich – je nach Tagesform – drei Möglichkeiten eingespielt, um im Auto herunterzukommen: Manchmal schalte ich alles aus und nutze die Zeit für ein Gebet und spreche mit Gott. Er ist ja immer bei mir. Manchmal höre ich Musik, die mir einfach guttut. Und manchmal fahre ich einfach schweigend nach Hause. Das ist gar nicht so leicht – aber erstaunlich wohltuend.

Nie schneller unterwegs sein, als dein Schutzengel fliegen kann

Neulich bin ich über einen Satz gestolpert: „Fahre in Gottes Tempo – und nie schneller, als dein Schutzengel fliegen kann.“

Das trifft es für mich ziemlich gut. In Gottes Tempo fahren, heißt für mich: Rücksicht nehmen. Dem anderen Raum lassen. Und darauf vertrauen, dass nicht alles schneller werden muss. Denn was ich von anderen erwarte – nicht bedrängt zu werden, Rücksicht und etwas Geduld –, das kann ich selbst vorleben.

In diesem Sinne: Fahren Sie gut. Und kommen Sie behütet an.