Im Schatten Gottes
In diesem Sommer mochte ich gar nicht mehr auf die Wetterkarte im Fernsehen schauen: tiefrot die Farbe. Jeden Tag ein neuer Hitzerekord. Wer kann, sucht Schatten.
Warum Schatten oft einen schlechten Ruf hat
Dabei hat der Schatten oft einen schlechten Ruf. Wer im Schatten steht, bekommt keinen Beifall. Dem Schatten haftet etwas Zweifelhaftes an… Das Licht hingegen gilt als Ort der Wahrheit, ein "Platz an der Sonne" als erstrebenswert.
Schatten als Schutz vor der unbarmherzigen Sonne
Doch diese heißen Monate haben den Blick verschoben. Viele Menschen sehnen sich nach Schatten – als Schutz vor dem unbarmherzigen Strahlen der Sonne. In anderen Teilen der Welt – etwa im Nahen Osten - wussten die Menschen das längst: In der Wüstenhitze ist Schatten lebensrettend - ob unter einem Baum, einem Felsvorsprung oder in einem Zelt.
Warum Licht allein nicht genügt
In der Bibel beschreibt jemand Gott als "Schatten vor der Hitze". Ein schönes Bild, finde ich. Schatten vor der Hitze. Nie erschien er so nötig wie jetzt. Der Klimawandel verändert vieles, auch die Sicht auf Licht und Schatten. Klar: Ohne Sonne kein Leben. Aber ebenso klar: Immer nur Sonne bedroht das Leben. Wer keinen Schatten findet, dem geht es schlecht.
Im Schatten sitzen und neue Kraft tanken
Schatten ist kein Mangel an Licht, sondern macht es erst erträglich. Der Schatten lädt dazu ein, Pause zu machen, Schutz zu suchen, sich von der Hitze zu erholen. In diesem Sommer habe ich sehr gerne im Schatten gesessen, die Zeit dort genutzt, um mal richtig durchzuschnaufen, um neue Kraft zu tanken. Dabei habe ich immer mal wieder an dieses schöne Bild in der Bibel gedacht: Gott als Schatten in der Hitze.
Im Schatten Gottes zur Ruhe kommen
Jetzt, am Ende dieses Sommers, hat diese Beschreibung für mich eine sehr alttagstaugliche Bedeutung bekommen: Wenn ich im Schatten sitze und spüre, wie die Anspannung langsam nachlässt – dann kann ich besser nachempfinden, was die Bibel meint: Im Schatten Gottes finde ich Ruhe und Erholung.
(Jesaja 25,4)