Hühnersuppe für die Seele
Frustriert kommt Lina aus der Schule: Es gab Ärger mit ihrer besten Freundin, dann wurde sie auch noch von der Lehrerin ermahnt, nicht zu viel mit der Nachbarin zu quatschen und in Englisch gab es eine vier zurück.
Zu Hause wirft sie den Schulranzen in die Ecke und geht zu ihrer Oma in die Küche. Die Oma sitzt da immer. Am Fenster mit einem Rätselheft und einer Tasse Kaffee vor sich. Sie sieht Lina an und weiß ihr geht`s nicht gut. Sie sagt: „Setz dich Kind. Ich habe noch etwas von der Hühnersuppe. Die mache ich dir warm. Und dann erzählst du mal, was los ist“.
Wie tröstet eine Schale Suppe?
Als die Suppe dampfend vor Lina steht, isst sie ein paar Löffel. „Mmh, gut…“ In ihr breitet sich ein wohlig warmes Gefühl aus- Im Magen, aber auch in Herz und Seele. Und dann erzählt sie: Von ihrem Ärger, der Traurigkeit und den Sorgen. Die Oma hört zu, unterbricht sie nicht und ist einfach da. Und Lina merkt, wie sie sich schon besser fühlt – die Probleme sind nicht weg, aber sie kann sie teilen. Und die Hühnersuppe hat schon immer geholfen. Bei Erkältungen und auch bei Sorgen.
Getröstet ohne große Worte
Sie fühlt sich dann einfach getröstet. Nicht durch große Reden oder schnelle Lösungen, sondern einfach mit Zeit, einem Teller Suppe und einem offenen Ohr. Oma nimmt Lina ernst. Und das macht die Last schon leichter.
Hühnersuppe ist ein Symbol für dieses „Ich bin für dich da“.
Trost bei Gott
Und genau so stelle ich mir Gott vor: nicht streng und fern, sondern wie eine Mutter oder eine Großmutter, die sagt: „Setz dich. Iss was. Erzähl mir alles. Ich bin da.“
Gott sagt in der Bibel über sich: „Ich will euch trösten, wie eine Mutter euch tröstet.“ (Jesaja 66,13). Im Gebet gibt es zwar keine schnellen Lösungen, aber einen Ort, an dem ich meine Sorgen abladen kann. Da ist jemand, der mich nicht allein lässt.,
Trost finde ich deshalb manchmal bei Gott. Manchmal bei anderen Menschen und manchmal kommt er auch ganz bodenständig daher – mit einem Teller Hühnersuppe.