hr1 ZUSPRUCH
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Wörsdörfer, Andreas

Eine Sendung von
Andreas Wörsdörfer,
Pastoralreferent, Katholische Pfarrei Dom St. Bartholomäus, Frankfurt am Main

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Ein lächelndes Familienporträt zeigt einen Vater und eine Mutter, umgeben von drei glücklichen Kindern. Alle umarmen sich, tragen festliche Kleidung und wirken liebevoll verbunden. Die Szene vermittelt Wärme und Zusammenhalt in einem natürlichen Hintergrund.

Erwachsenwerden

„Von einer Sekunde auf die andere ist alles anders“, das hat mein Sohn letztens gesagt. Er ist 18 geworden und hat mit seinen Freunden im Garten in seinen Geburtstag reingefeiert. Um Mitternacht hat sich seine Welt verändert. „Stell dir vor“, hat er gesagt, „eben durfte ich so viele Sachen noch nicht und jetzt – 1 Sekunde später – darf ich alles.“ Toll fand er, dass er jetzt selbst unterschreiben kann und sich in der Schule selbst entschuldigen kann, wenn er gefehlt hat. Und so vieles mehr ist für ihn jetzt neu und anders.

Was verändert sich, wenn ein Kind erwachsen wird?

Ein paar Tage später hat er dann seinen ersten Lohn überwiesen bekommen. Seit einem Monat hat er einen Schülerjob im Supermarkt – Regale einräumen. Damit bessert er sich sein Taschengeld auf. Eine Reise in den Ferien mit Freunden nach Spanien will er sich damit finanzieren. Und der Führerschein ist auch bestanden. So viele große Schritte in die Selbstständigkeit. Ich merke ihm seinen Stolz darüber richtig an.

Warum fällt Loslassen Eltern manchmal schwer?

Auch bei mir als Vater verändert sich einiges, wenn die Kinder erwachsen werden. Schon die ganze Zeit, langsam, schleichend. Aber so ein Datum setzt da gefühlt noch eins drauf. Unweigerlich kommen da Flashbacks von der Zeit, als die Kinder noch klein waren. Viele lustige und schöne Geschichten. Und ich habe das Gefühl, die Zeit ist wie in einem Fingerschnipp verflogen. Und sie rast weiter.

Ich würde manches so gerne festhalten. Weil ich weiterdenke und mich frage: Wie wird es sein, wenn die Kinder mal aus dem Haus sind? Dabei stellt sich dann auch ein bisschen Wehmut ein.

Wie gelingt es Eltern, mit Vertrauen nach vorne zu schauen?

Und dann hilft es mir, die Blickrichtung meiner Kinder einzunehmen. Nach vorne. Neugierig auf das, was kommt. Die Zukunft gestalten wollen, Dinge aber einfach auch mal kommen lassen.

So kann ich mit Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft schauen. Dass es gut weitergeht. Für die Kinder und für mich.