hr1 ZUSPRUCH
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Schäfer, Christoph

Eine Sendung von
Christoph Schäfer,
Katholischer Religionslehrer, Rüsselsheim

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Ein Lob auf das (charmante) Selbstlob…

Normalerweise überspringe ich bei Büchern die Dankworte der Autoren ganz am Anfang. Vor kurzem ist das aber anders gewesen: Und zwar beim neunten Band der Reihe rund um den Detektiv Skulduggery Pleasant. Es sind ja eigentlich Jugendbücher. Sie gelten aber längst als „All Age-Books". Was mich hier neugierig gemacht hat: Autor Derek Landy widmet das Buch demonstrativ sich selbst. Und schließt dieser dreisten Widmung noch ein paar warme Worte an. Man merkt sofort: Natürlich ist hier viel Ironie im Spiel: Landy bedankt sich bei sich selbst für seinen Humor und seinen Verstand. Und für seine Bescheidenheit. Sein Fazit lautet quasi: Ohne sich selbst hätte er dieses Buch niemals zustande gebracht. Als ich das gelesen hab, dachte ich amüsiert: Wo er Recht hat, hat er Recht.

Eigenlob: Von „Eigenlob stinkt" zu neuem Denken

Ich reagier ja meist allergisch auf Selbstlob. Das Urteil „Eigenlob stinkt" hat mir schon als Kind eingeleuchtet. Angebern bin ich aus dem Weg gegangen. Wenn sich das irgendwie machen ließ.
Aber bei dem kuriosen Danksagungs-Text von Derek Landy hab ich gedacht: Es ist schade, Eigenlob pauschal abzulehnen. Und mir sind dann noch andere Beispiele, etwa bei Festreden eingefallen, die zeigen: Wenn es grundsätzlich berechtigt ist und mit Charme präsentiert wird, kann Eigenlob durchaus angemessen sein. Ich finde: Es wirkt dann sogar ehrlicher, als eine übertrieben zur Schau gestellte Bescheidenheit. Die geht mir bei Dankreden ebenso oft auf die Nerven wie Großspurigkeit.

Selbstlob im Alltag: Eine Ermutigung

Ich denk außerdem: Mir selbst würde ab und zu mal etwas Eigenlob guttun. Ich muss das ja nicht so demonstrativ nach außen tragen wie der Skulduggery-Autor. Stattdessen kann ich das „ganz für mich" tun. Etwa im Tagebuch. Oder auch nur in Gedanken. Wenn ich im Beruf eine Besprechung gut vorbereitet und durchgeführt hab. Wenn ich einem Freund helfen konnte. Oder wenn ich mich mal wieder aufgerafft habe, Sport zu treiben: Dann kann ich mir ruhig konsequenter selbst auf die Schulter klopfen. Denn Lob tut einfach tut – auch wenn es von mir selbst kommt.