Die offene Himmelstür
Die kleine Leni zieht mich am Ärmel – gerade habe ich ihre kleine Schwester getauft. Lenis Augen leuchten. Ich beuge mich zu ihr runter, lächle sie an. Sie sagt: „Jetzt kommt meine Schwester zum Glück auch in den Himmel!" Ich muss schmunzeln. Denn in der Ansprache vor der Taufe habe ich erzählt von einem Schlüssel. Davon, dass Taufe bedeutet: Wir bekommen einen Schlüssel geschenkt zur Himmelstür.
Wer darf durch die Himmelstür?
Aber wie erleichtert die kleine Leni ist, macht mich nachdenklich: Was ist mit den Menschen, die keinen Himmelschlüssel haben? Mit denen, die nicht getauft sind? Oder die nicht glauben?
Der Schlüssel im Alltag: Ein Symbol mit Bedeutung
Ich denke an unseren Haustürschlüssel. Den haben unsere Kinder – damit sie nach der Schule nicht vor verschlossener Tür stehen. Den haben unsere Nachbarn – für den Notfall. Den hat Katharina, unsere gute Seele, die dafür sorgt, dass wir nicht im Chaos versinken. Und unsere Kindersitterin hat auch einen, weil das praktisch ist. Eine Tür, aber mehrere Schlüssel bei verschiedenen Menschen. Könnte es bei Gott auch so sein?
Eine geöffnete Tür: Ein Gleichnis aus dem Alltag
Und dann fällt mir ein Wochenende ein, vor ein paar Jahren. Wir waren verreist. Plötzlich kam eine Nachricht auf meinem Handy: „Ihr Paket ist bei Ihnen angekommen." Zuhause zugestellt – aber wir waren doch gar nicht da! Wie das? Wir hatten schlicht vergessen, die Haustür zuzumachen. Sie stand das ganze Wochenende offen. Unabgeschlossen. Jeder und jede hätte reingehen können. Aber es ist nichts passiert. Glück gehabt.
Gottes offene Tür: Ist der Himmel für alle zugänglich?
Wenn ich an die Himmelstür denke, hoffe ich: Gott hält das genauso. Viele drum herum haben einen Schlüssel. Und helfen aus, wenn der eigene vergessen wurde oder klemmt. Vielleicht vergisst Gott auch einfach abzuschließen. Oder er lässt die Himmelstür ganz bewusst offen. Damit wirklich jeder und jede bei ihm ankommen kann.