Aufräumen als Fastenübung
Seit Aschermittwoch fasten einige Menschen. Freiwillig verzichten sie auf etwas, und entscheiden ganz individuell, auf was. Zum Beispiel Süßigkeiten oder Alkohol. Manche nehmen sich auch vor, eine begrenztere Handyzeit als sonst einzuhalten.
Schritt für Schritt zur Ordnung – ohne Überforderung
Ich probiere dieses Jahr etwas Neues aus – diesmal eine Idee von einer Frau aus meiner Gemeinde: Jeden Tag räume ich etwas in meiner Wohnung auf. So werde ich freier und leichter. Auch wenn es nur eine einzige Schublade ist. Es ist ein bisschen wie ein organisierter Frühjahrsputz. Ich bin nicht überfordert. Ich muss nicht alles auf einmal aufräumen. Schritt für Schritt. Ein Regalbrett nach dem Nächsten.
Ein neuer Anfang im Kleiderschrank
Vor einer Woche habe ich angefangen mit meinem Kleiderschrank. Das war für mich ein leichter Einstieg. Bei jedem Kleidungsstück habe ich mich gefragt: Habe ich dieses Teil im letzten Jahr überhaupt getragen? Passt es mir momentan, gefällt es mir noch? Am Ende hatte ich einen kleinen Stapel mit Klamotten zum Spenden. Und wieder ein bisschen Platz.
Wie der Arbeitsplatz den Geist spiegelt
Jetzt ist mein Büro dran, zuerst der Schreibtisch. Für mich viel schlimmer. Da habe ich in der Eile oft einfach Dinge abgelegt, aber sie nie richtig sortiert. Neben Büchern liegen Zettel, und vieles stapelt sich. Ich lege los.
Aufräumen als Ritual der Achtsamkeit
Je mehr ich aufräume, desto mehr spüre ich: Ich werde zufriedener. Das Sortieren hat etwas Beruhigendes, das mir gut tut. Gleichzeitig fühle ich mich erleichtert. Ich bin nicht mehr überreizt von dem Chaos. Ohne Zwang kann ich mich von Dingen verabschieden und Überflüssiges loslassen. Dieser Verzicht tut mir gut.
Was bleibt, wenn das Unwichtige geht?
Aufräumen ist kein religiöses Gebot. Es ist nicht spektakulär, aber ehrlich. Deshalb passt es gerade gut in die Zeit, die Christen Passionszeit oder Fastenzeit nennen: Platz schaffen, damit das Wesentliche wieder Raum bekommt. Weniger Zeug, das nur rumliegt, dafür mehr Platz für Gedanken und Ruhe.