hr1 ZUSPRUCH
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Kristen, Dr. Peter

Eine Sendung von
Dr. Peter Kristen,
Evangelischer Pfarrer und Studienleiter, Religionspädagogisches Institut Darmstadt

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Drei Kinder rennen fröhlich über eine grüne Wiese im Sonnenschein. Die Mädchen tragen bunte Kleider, während der Junge in einem roten T-Shirt läuft. Bäume spenden Schatten und die Atmosphäre ist lebhaft und verspielt.

Vom Sandwichkind zum Gotteskind

Worte aneinanderhängen, in Deutsch geht das ganz leicht. Wortverbindungen mit „Kind" finde ich besonders amüsant: Nachzüglerkind, Buskind, Trennungs- oder Wunschkind. Wer kein Einzelkind ist, ist Geschwisterkind. Und wer ältere und jüngere Geschwister hat, ist ein Sandwichkind.

Kinder in allen Variationen

Halbtagskinder gibt's für Eltern nicht, für Schulen schon. Dort hört man sogar von Kannkindern, Essenskindern und Schwimmkindern. Beim Tennis gibt's Ballkinder, beim Fußball Einlaufkinder. Die werden nicht beim Waschen kleiner, sie laufen mit dem Team aufs Spielfeld. Blumenkinder streuen Blumen, Wunderkinder können etwas besonders gut und ein Glückskind wären wohl alle gern, ein Heimkind eher nicht.

Diese Kinder-Wortkombinationen verbinden und trennen

Diese Kinder-Wortkombinationen verbinden zwar Wörter, trennen aber Menschen, teilen sie ein, grenzen sie ab. Manche sind mit der Zeit problematisch geworden. Sie sind wie ein endgültiges Urteil und legen Menschen auf etwas Negatives fest: Schmuddelkinder zum Beispiel oder Scheidungskinder. Kinder mit Beeinträchtigungen sind keineswegs nur Sorgenkinder.

Meine Lieblingskombination ist Gotteskinder

Meine Lieblingskombination ist Gotteskinder. Die ist anders: „Gotteskinder" teilt nicht ein, es legt nicht fest, im Gegenteil. Das Wort verbindet alle Menschen. So selbstverständlich, wie alle Väter und Mütter haben, so sind auch alle Gotteskinder. Diese besondere Würde ist jedem Menschen von Gott zugesprochen.

Alle gleich wertvoll und respektvoll behandeln

Sie macht alle gleich wertvoll - und lädt dazu ein, jeden zu respektieren.
Egal ob ich Buskind war, oder zur Schule gelaufen bin, ob ich ein Trennungskind war, oder bei beiden Eltern gelebt habe, ein Gotteskind bin ich auf jeden Fall. Wer das glaubt, schaut anders. Auf sich selbst. Und auf alle anderen.