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Wie man gut auseinander gehen kann – Boris und Lilly Becker trennen sich
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Wie man gut auseinander gehen kann – Boris und Lilly Becker trennen sich

Christoph Wildfang
Ein Beitrag von

Christoph Wildfang,

Evangelischer Pfarrer, Arnoldshain

Liebes-Aus zwischen Boris und Lilly Becker nach 13 Jahren. Eine Beziehung, die so öffentlich ist, ist von vornherein nicht einfach. Die Trennung wird nun auch auf allen Kanälen kommentiert. Was bekommt Lilly? Wird es einen Rosenkrieg geben? Auch wegen ihres gemeinsamen Sohnes haben sich beide vorgenommen: Sie wollen sich einvernehmlich und gütlich trennen. Wie geht das? Dazu der hr1 Zuspruch von Pfarrer Christoph Wildfang aus Arnoldshain.

Wie kann man gut auseinander gehen? Grad, wenn man so prominent ist wie Boris und Lilly Becker. Eine Zeitung schreibt: „Boris, du arme Sau!“ Lilly Becker geht dazwischen: so nicht! Andere diskutieren, was Boris Lilly wohl zahlen kann. Ist er nicht pleite? Das Ehepaar Becker hat sich vorgenommen: Sie wollen im Guten auseinander gehen. Wie geht das?
Ich habe als Pfarrer Paare begleitet, denen Rituale bei der Trennung geholfen haben. Zum Beispiel bin ich mit einem Paar an einen ruhigen Ort im Taunuswald gegangen. Da haben dann die zwei ihre Eheringe vergraben. Sie haben mit dieser symbolischen Handlung gemeinsam einen Schlussstrich gezogen.
Ein anderes Paar habe ich zum Goldschmied begleitet. Zu dritt haben wir zugeschaut, wie ihre Eheringe eingeschmolzen wurden. Das ist hart und tut weh. Aber zu einer Trennung gehören die Gefühle wie Wut, Trauer und Enttäuschung. Es schmerzt, dass das Eheversprechen gescheitert ist.
Ich versuche bei diesen symbolischen Handlungen, die Gefühle der beiden in einem Gebet vor Gott zu bringen: „Gott, wir sind traurig. Wir sind enttäuscht. Wir fühlen uns gescheitert.“ Ich glaube, wir können alles vor Gott bringen, es bei Gott loswerden. Ich hoffe darauf, dass Gott die Kraft gibt, zu vergeben und neu anzufangen.
Die Paare, die ich begleiten durfte, fanden es gut. Überhaupt, dass sie das nicht alleine durchstehen mussten.
Es hilft – sagten sie – wenn ein Dritter dabei ist. Sie konnten dadurch einander Dinge sagen, die sie sonst verschwiegen hätten.
Worüber sie traurig sind. Was sie verletzt hat. Und das dann nicht zerreden. Einfach dem anderen zuhören. Und es im Gebet vor Gott bringen. Es kann helfen, den Ehering bewusst abzulegen, ihn zu vergraben oder einzuschmelzen. Das kann man auch für sich alleine machen, wenn der bisherige Partner nicht bereit ist für so einen gemeinsamen Abschied. Es ist traurig, sich zu trennen. Aber es ist gut, wenn es im Guten geht.

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