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Was hilft, wenn es Krach in der Familie gibt – Zum Geschwisterstreit von CDU/CSU
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Was hilft, wenn es Krach in der Familie gibt – Zum Geschwisterstreit von CDU/CSU

Ein Beitrag von

Sandra Matz,

Pfarrerin, Evangelisches Gemeindenetz an der Nördlichen Bergstraße, Alsbach

Manchmal würde ich mich am liebsten wegbeamen – in eine Hängematte an den Strand. Zum Beispiel dann, wenn meine beiden Jungs miteinander streiten. „Das ist meins!“ „Mama, der Benjamin hat mich schon wieder geärgert!“ Gut, so eine Situation unter Kindern lässt sich meistens lösen. Aber es gibt Konstellationen in der Familie, die sich nicht mal eben schnell klären lassen. Menschen sind unterschiedlich. Da bleiben Spannungen nicht aus.
Ich habe mit einem Ehepaar gesprochen, Carola und Burkhard. Die beiden sind seit 50 Jahren verheiratet und haben viel Erfahrung in Sachen Konflikte. Carola sagt: „Wichtig ist, dass man sich nicht verbiegt, aber auch versucht, den anderen zu verstehen.“ Carola erzählt: „Das musste ich erst lernen. Früher bin ich im Streit oft laut geworden und bin dann rausgerannt. Das führte zu nix. Irgendwann hab ich versucht, mich in meinen Mann hineinzuversetzen. Das war schwer, weil ich ja sauer war. Aber als mein Mann sich von mir ernst genommen gefühlt hat, da hat sich was verändert.“
Was Carola beschreibt, ist gut biblisch. In der Bibel steht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Es ist wichtig, die eigenen Gefühle ernst zu nehmen, sie nicht auf Dauer herunterzuschlucken. Aber es ist genauso wichtig, den anderen mit Respekt zu behandeln. Ihn oder sie nicht kaputt zu reden.
Bei aller Liebe verletzt man sich trotzdem oft genug in einem Streit. Es kostet Überwindung, dem anderen dann zu vergeben. Jesus wurde einmal gefragt, wie oft man jemandem vergeben soll. Ob sieben Mal reicht? Jesus hat geantwortet: „Nicht siebenmal, sondern siebzig mal siebenmal sollt ihr einander vergeben.“ Ein großes Projekt. Mit einem „Schwamm drüber!“ ist es nicht getan.
Aber Vergeben lohnt sich. Es macht die Sache nicht nur für den anderen leichter, sondern auch für mich. Natürlich kann ich dem anderen ewig nachtragen, womit er oder sie mich verletzt hat. Aber in dem Wort Nachtragen steckt ja schon drin, wer dann die Last hat. Nämlich ich selber. Ich trage daran. Doch wenn ich ihm oder ihr vergeben kann, dann macht das das Herz leicht. Meins zumindest und das des anderen vielleicht auch.

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