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Traumtagebuch – An meinem Bett liegt ein leeres Heft und wartet auf meine Träume
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Traumtagebuch – An meinem Bett liegt ein leeres Heft und wartet auf meine Träume

Christoph Wildfang
Ein Beitrag von

Christoph Wildfang,

Evangelischer Pfarrer, Arnoldshain

Neben meinem Bett liegt ein kleines schönes Heft. Es ist ziemlich leer. Es wartet auf meine Träume. Für diese Passionszeit bis Ostern habe ich mir das vorgenommen. Ich möchte meine Träume aufschreiben – und drüber nachdenken. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich darüber lange nachgrübeln kann. Manchmal träume ich so einen Stuss. Und ich habe keine Ahnung, was ein merkwürdiger Traum bedeutet. Ich habe einige Mitträumer gesucht, die auch ihre Träume aufschreiben wollen. So treffen wir uns nun in diesen Wochen bis Ostern, erzählen uns unsere Träume und hoffen auf einen Hauch von Traumdeutung. Wenn ich meine Träume nicht gleich vom Bett aus aufschreibe, vergesse ich sie schnell. Wir haben uns in der Traumgruppe zum Thema Träume informiert. Erst einmal soll es wichtig sein, vorm Einschlafen nicht mehr Fernsehen zu schauen oder am Computer zu arbeiten, auch kein Smartphone am Bett. Eine Stunde vorm Schlafengehen ist Schluss damit. Sonst träumt man noch die letzten Nachrichten oder den letzten Krimi weiter. Das Traumtagebuch verändert also schon das Einschlafverhalten.
Ich frage mich: Sind Träume mehr als nächtliches Nacharbeiten von etwas, was mich insgeheim immer noch beschäftigt? Haben sie sogar mit Gott zu tun?
Die Bibel erzählt von wunderbaren Träumen. Wie von Jakob, einem Urvater des Volkes Israel. Er träumt von einer Himmelsleiter. Als Jakob schläft, sieht er im Traum Engel rauf und runter steigen. Eben auf einer Himmelsleiter. Es gibt eine Verbindung von hier unten nach da oben. Himmel und Erde kommen in Jakobs Traum zusammen(1.Mose 28,12).
Ich dagegen träum‘ manchmal so einen Käs: Dass ich Besuch hatte und mir gelang das Kaffeekochen nicht. Das Kaffeepulver in der Maschine formte immer einen Ball im Filter, an dem das Wasser abperlte. Unten in der Kanne kam nur hellbraunes Wasser an. Ich probierte, meine Gäste warteten, aber ich konnte nur warmes Wasser anbieten. In der Gruppe mussten wir über den Traum lachen, das befreit ja auch. Hatte ich vielleicht Angst vor etwas, vorm Scheitern? Warum? Gemeinsam tauschen wir die Geschichten aus unseren Traumtagebüchern aus. Es tut gut. Das hat ja auch was mit Gott zu tun: Angst zu haben und dann auch wieder Zuversicht zu bekommen. Ich warte noch auf so einen tollen Traum wie den von der Himmelsleiter.

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