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Spritfresser – Doppelmoral
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Spritfresser – Doppelmoral

Dr. Joachim Schmidt
Ein Beitrag von

Dr. Joachim Schmidt,

Evangelischer Pfarrer, Darmstadt

Dass der Klimawandel nur eine Erfindung von ein paar Wissenschaftlern ist, glauben bei uns zulande nur wenige. Wir sind ja auch alle für den Umweltschutz. Und für bessere Luft in den Innenstädten. Und weniger Atemwegserkrankungen im Winter. Aber bei der Frankfurter IAA, der Internationalen Automobilausstellung knäulen sich jedes Mal die meisten Besucher bei den SUVs, diesen höher gelegten bulligen Protzautos mit den gewaltigen Auspuffrohren. Diese Automodelle sehen alle irgendwie quadratisch aus und tun so, als könnte man mit ihnen direkt in den Dschungel fahren. Wo es doch vermutlich nur zum nächsten Supermarkt oder mit den Kiddies in die Schule gehen soll.
Alle großen Automobilfirmen bieten inzwischen solche Gefährte an, weil wir Verbraucher das so wollen. Die Absatzzahlen der Autoindustrie zeigen: Wer es sich leisten kann, kauft im Zweifel so ein dickes Teil. Die saufen Sprit, was das Zeug hält, und haben unfassbare CO2-Werte. Trotzdem sind die Zulassungen im vergangenen Jahr weiter deutlich angestiegen.
Klar: Alle sind für den Umweltschutz und gegen Luftverschmutzung: Aber Reden ist eben so viel leichter als für sich selber Konsequenzen zu ziehen. Deshalb ist Reden allein auch so billig. In der Bibel heißt es: „Seid nicht nur Hörer des Wortes, sondern tut was!“ (Jakobus 1,22) Luftverschmutzung hat viele Ursachen, und die meisten können Sie und ich nicht beeinflussen. Manche aber schon, und da beginnt unsere Verantwortung. Wir müssen Abschied von alten Gewohnheiten nehmen. Beim Autokauf nicht nur auf schicke Karosserie und rasante Beschleunigung achten, sondern auch auf die Abgaswerte plus einer Schummel-Quote. Dann würden die dicken Spritsäufer bald vom Markt verschwinden. Und die Verantwortung hätte gewonnen.

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