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So weit der Himmel ist – Auf dem Gartenstuhl einen Blick für die Ewigkeit bekommen
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So weit der Himmel ist – Auf dem Gartenstuhl einen Blick für die Ewigkeit bekommen

Gudrun Olschewski
Ein Beitrag von

Gudrun Olschewski,

Evangelische Pfarrerin, Pfungstadt

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und Temperaturen von über zwanzig Grad. Solche sommerlichen Tage zu Hause finde ich wunderbar. In so einer Sommerlaune wollte ich neulich nichts wie raus in den Garten. Draußen habe ich sofort gesehen: Die Möbel im Garten sind abgenutzt und nicht mehr zu gebrauchen.
Also habe ich mich auf die Suche gemacht und neue Gartenmöbel gekauft.
Ruck zuck waren sie im Auto verstaut. Voller Vorfreude fuhr ich nach Hause und stellte die neuen Möbel im Garten auf. Natürlich musste ich gleich mal Probe sitzen. Großartig, wie sich die Rückenlehne verstellen lässt. So weit nach hinten, dass ich meinen Kopf bequem zurück in den Nacken legen kann.
Da blieb mein Blick am Himmel hängen. Ich schaute in dieses weite Blau hinein. „Bist du da, Gott?", fragte ich unwillkürlich. Ohne lange zu warten, habe ich mir die Frage beantwortet: „Ja." Einfach nur Ja – und nichts weiter.
Nichts störte diesen Moment. Kein Zweifel kam in mir auf. Selbst die Vernunft erhob keinen Einspruch. „Bist du da, Gott?" – „Ja."
Ich weiß nicht, wie lange ich so mit Blick in den Himmel in meinem neuen Gartenstuhl saß. Irgendwann stellte ich die Rückenlehne wieder nach vorne und war vom Himmel zurück auf dem Boden der Tatsachen. Das war keineswegs ernüchternd.
Dieses „Bist du da, Gott? – Ja“ ist geblieben. Immer wieder habe ich in den darauffolgenden Tagen in den Himmel geschaut und dabei auch das eine oder andere Mal zum Himmel gelächelt.
Manchmal braucht es nicht mehr als einen Gartenstuhl, in dem man sich zurücklehnen und in den Himmel schauen kann und dabei einen Blick in die Ewigkeit gewährt bekommt: „Bist du da, Gott?" – „Ja."

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