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Schönes und Schreckliches nebeneinander – wie verkraftet man das?
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Schönes und Schreckliches nebeneinander – wie verkraftet man das?

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt
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Viele in Hessen genießen jetzt die Sommerferien oder das freie Wochenende. Und gleichzeitig haben wir vor Augen, wie die Menschen in den Überschwemmungsgebieten vor den Trümmern ihres Hauses und ihres Lebens stehen. Wie bringt man das zusammen, dass es einem selbst gut geht und andere gerade Schreckliches erleben? 

Aperol Spritz und Bilder des Hochwassers

Eine Freundin schreibt mir aus dem Urlaub: "Ich sitze hier gerade in der Sonne, schaue aufs Meer und habe einen Aperol Spritz in der Hand. Aber ich weiß gar nicht, ob ich mich freuen darf, wenn ich die Bilder von den Flutopfern in Deutschland sehe." Ich antworte ihr: "Genieß deinen Urlaub! Alles Schöne ist doch umso kostbarer."

Nichts ist selbstverständlich

Mir geht das so, seitdem die Wassermassen Häuser, Straßen, Menschenleben weggeschwemmt haben. Das führt schrecklich vor Augen: Alles, was mein Leben ausmacht, kann von einem Tag auf den anderen weg sein. Nichts ist selbstverständlich. Umso mehr bin ich dankbar für alles Schöne, für jeden guten Tag, den ich erlebe. Ich versuche, das wertzuschätzen und gleichzeitig mitzufühlen mit den Menschen, die durch die Flut alles verloren haben.

Lebe intensiv!

In der Bibel steht der Satz: Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden Römer 12,15. Ich übersetze das so: Lebe intensiv! Nimm Anteil an der Freude und am Leid anderer! Das Schöne und das Schreckliche liegen oft ganz nahe beieinander. Das kann einen manchmal innerlich zerreißen. Aber es macht achtsam für das, wofür ich dankbar sein kann.

Spenden ist tatkräftiges Mitfühlen

Weint mit den Weinenden! Das tun viele zurzeit und noch mehr: Sie machen, was sie können, um zu helfen. Viele packen mit an beim Aufräumen und Wiederaufbauen, da wo es sinnvoll ist und wo es den Betroffenen wirklich hilft. Und noch viel mehr spenden für die Flutopfer. Das braucht es auch. Das ist tatkräftiges Mitgefühl.

Dankbar genießen, gerade jetzt

Aber auch: Freut euch mit den Fröhlichen! Also dankbar genießen, wer gerade frei hat und eine schöne Zeit erlebt! Auf das Leben anstoßen, gerade weil es bedroht ist und deshalb kostbar!

 

Zum Thema Spenden für die Betroffenen vom Hochwasser finden Sie Informationen hier bei der Diakonie Katastrophenhilfe und hier bei der Aktion Deutschland hilft. 

 

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