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Potz Blitz – Geist braucht Energie
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Potz Blitz – Geist braucht Energie

Dr. Joachim Schmidt
Ein Beitrag von

Dr. Joachim Schmidt,

Evangelischer Pfarrer, Darmstadt

Vor einigen Wochen stand ich auf einem Balkon oberhalb der großen Hafenbucht einer Insel im Süden. Unten lag ein Kreuzfahrtschiff vor Anker. Als es dunkel wurde, gingen die Lichter in der Stadt an. Den Kreuzfahrern da unten gefiel das Lichter-Panorama offenbar genauso gut wie mir. Ein Fotoblitz nach dem anderen zuckte Richtung Stadt in die Finsternis.
Dumm nur: Die Blitze von Handies und Kleinstkameras haben nach drei Metern verloren. Bis zur Stadt war es vom Schiff aus ein guter Kilometer. Ich bin sicher: Alle Bilder blieben zu dunkel. Viel zu wenig Energie. Wer fotografiert, sollte vor dem Blitzen kurz nachdenken.
Manchmal hat man ja auch Geistesblitze. Oder glaubt es zumindest. So einen großartigen Gedanken, eine wunderbare Lösung: Super, sensationell, alles klar, muss doch jeder kapieren. Aber irgendwie zündet die Sache nicht. Es bleibt dunkel. Keiner zieht mit. Denn der Geistesblitz war gar nichts Neues und hat bloß den eigenen geistigen Vorgarten erleuchtet. Drei Meter Reichweite eben. Geistesblitze, das sind aber neue Gedanken, und die brauchen viel Energie, einen wachen Kopf und einen neuen, anderen Geist.
In der Bibel braucht es für Geistesblitze vor allem viele Menschen. Da kommt Gottes Geist nicht auf einen einzelnen Menschen herab, der dann den anderen stolz verkündet: „Ich hab’s!“ Gottes Geist erleuchtet ganz viele Menschen, so erzählt es die Pfingstgeschichte in der Bibel. Und ganz viele Menschen beginnen, sich davon zu erzählen, was ihr Leben hell macht. Solche Geistesblitze, die Menschen zusammenbringen, die haben Reichweite.

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