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Ob Manuel Neuer zu Hause ist? –  Ein bisschen Kindsein hält jung
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Ob Manuel Neuer zu Hause ist? – Ein bisschen Kindsein hält jung

Andrea Seeger
Ein Beitrag von

Andrea Seeger,

Evangelische Theologin und Redakteurin der Evangelischen Sonntags-Zeitung

Ein Fünfjähriger schlägt ein schönes Programm fürs Wochenende vor: An allen Haustüren in ganz Deutschland klingeln, bis Manuel Neuer aufmacht. Darüber kann man als Erwachsener lachen. Oder aber auch erfreut feststellen, dass für den kleinen Jungen alles machbar erscheint. Nichts und niemand hindert ihn daran, den angehimmelten Fußballnationaltorwart Manuel Neuer kennenzulernen. Außer vielleicht seine Eltern, die ihm erklären werden, dass dieses Programm nicht funktioniert.
Ich stelle mir vor, der kleine Junge würde seinen Plan in die Tat umsetzen. Wie viele Menschen würde er kennenlernen? Wie viele Kontakte schließen? Wie viel Neues erfahren? Und auch, wenn Manuel Neuer nicht seine Haustür öffnet, so würden es sicherlich viele andere Menschen tun. Die sind nicht Torwart, sondern verbringen ihre Zeit mit völlig anderen Dingen. Und bei jedem von ihnen ließe sich etwas lernen, im Positiven wie im Negativen. So etwas erlebt man nur unbekümmert, als Kind eben.
Jesus befand: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.
Aber wie sind Kinder denn? Sehr unterschiedlich! Aber doch gibt es ein paar allgemeine Wesenszüge: Sie sind neugierig und staunen, sind begeisterungsfähig, lebendig und spontan. Je älter ein Mensch wird, desto mehr bleibt davon auf der Strecke. Umso größer wird sein Wissen, auch um die Komplexität der Dinge. Die Gewissheit, dass auf das Heute ein Morgen folgt. Ein Erwachsener sollte in der Lage sein, verantwortlich zu handeln, bedenken, dass seine Taten Folgen haben. Das schließt aber nicht aus, dass auch ein älterer Mensch kindlich neugierig bleiben kann. Und sich dann und wann daran erinnert, wie es war damals, als kleines Mädchen oder kleiner Junge. Und dann vielleicht doch mal an einer fremden Tür klingelt. Vielleicht nicht wortwörtlich – aber sich mal im Lokal an einen Tisch setzt, wo schon ein anderer Platz genommen hat. In der S-Bahn seinen Sitznachbarn guten Morgen und auf Wiedersehen sagt, sich auf ein Gespräch einlässt. Mal schauen, was passiert! Etwas Himmlisches vielleicht?

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