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Menschen setzen sich für Menschenrechte ein – Ein Klima der Freiheit ermutigt und befreit zu Solidarität
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Menschen setzen sich für Menschenrechte ein – Ein Klima der Freiheit ermutigt und befreit zu Solidarität

Christoph Wildfang
Ein Beitrag von

Christoph Wildfang,

Evangelischer Pfarrer, Arnoldshain

Wie sieht es mit den Menschenrechten zurzeit aus? Weiter schlecht, sagt „Amnesty International“ im aktuellen Jahresbericht. In vielen Ländern ist die Diskriminierung von Minderheiten Alltag geworden. Zum Beispiel in Myanmar. In dem mehrheitlich buddhistischen Land werden die muslimischen Rohingya vertrieben. 700.000 Menschen sind geflohen. Es sieht so aus, als ob nur das Recht des Stärkeren gilt. Aber Amnesty benennt auch Positives. Pfarrer Christoph Wildfang aus Arnoldshain macht sich im hr1 Zuspruch Gedanken über Leute, die sich für Menschenrechte einsetzen.

Sich für andere einsetzen, dazu gehört Mut. Auf die Straße gehen. Den Mund aufmachen. Nicht wegschauen. In vielen Ländern ist das nicht einfach. Trotzdem tun das Menschen: In Kenia oder Simbabwe gehen sie für ihr Recht auf freie Wahlen auf die Straße. Trotzen den Sicherheitsbehörden. Oder in Russland. Es ist nicht ungefährlich, gegen Putins Staatsmacht aufzutreten. In den USA: Da haben viele die Ungleichheit satt. Oder den Waffenwahnsinn. Im Iran: Menschen verlangen mehr Freiheit. Das beeindruckt mich. Wenn Menschen aufstehen, losgehen. Gegen Unrecht antreten. Amnesty stellt fest: 2017 haben viel mehr Leute den Mut gefunden, für Menschenrechte zu demonstrieren. Nicht stillschweigen und sich wegducken ins rein Private. Ich möchte mich davon anstecken lassen. Aus meiner bequemen, oft passiven Zuschauerhaltung rauskommen. Da wo es eben auch bei uns nötig ist. Mir helfen dabei Worte aus der Bergpredigt. Da sagt Jesus: „Selig sind, die hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört der Himmel“ (Matthäus 5,6.9.10). Frieden stiften, das ist etwas Aktives. Sich für Gerechtigkeit vor Ort einsetzen auch. Ich möchte Ungerechtigkeit benennen und nicht stumm sein. Wenn ich lese, wie es in anderen Ländern aussieht, bin ich froh über die Freiheit bei uns.. Ich muss keine Angst vor einem autoritären Staatsapparat haben. Ich weiß um meine Rechte. Ich kann für andere eintreten. Das braucht auch Mut. Den Mund aufmachen, wo Leute andere Menschen oder ganze Gruppen abwerten und abstempeln. Einschreiten, wenn jemand andere einschüchtert, über sie ablästert oder sie bedroht. Da kann ich dazwischen gehen. Und ich weiß dabei Jesus an meiner Seite. Das macht mir Mut.

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