Ihr Suchbegriff
Ich bin, was ich bin – wie Konfirmanden Botschaften der Bibel auf ihr Leben beziehen
Bildquelle Pixabay

Ich bin, was ich bin – wie Konfirmanden Botschaften der Bibel auf ihr Leben beziehen

Regina Westphal
Ein Beitrag von

Regina Westphal,

Pfarrerin, Frankfurt

In der Gemeinde, in der ich Pfarrerin bin, suchen sich die Konfirmanden ihren Konfirmationsspruch selbst aus. Damit können sie ausdrücken, was sie persönlich von Gott erwarten, wie sie sich wünschen, dass Gott sie begleitet im Leben. Es gibt einen Renner, mit dem ich nicht gerechnet habe. Viele Jugendliche nehmen dieses Bibelwort: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“
Schön kurz ist das: Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Warum sie diese Worte ausgesucht haben, haben drei Jugendliche so gesagt.
Ein Junge meint: „ Ich finde, der Spruch passt auch in die moderne Zeit passt und ist auch ein Motto von mir.“ Ein Mädchen äußert sich so: „Ich habe mich für den Spruch entschieden, weil man zu sich stehen sollte, wie man ist.“ Ein anderer sagt: „ Ich finde, das passt sehr gut zu der Bindung zwischen Mensch und Gott. Das stärkt einen in schlechten Zeiten, weil er ausdrückt, wie Gott zu uns steht.“
Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin! Ich selbst denke, das sagt auch: Bei Gott bin ich richtig. Was auch immer andere über mich denken.
Diesen Satz hat zuerst der Apostel Paulus geschrieben. Paulus hatte zuerst Christen verfolgt. Dann hat sich er gerade durch Christus einen neuen Weg zu Gott gefunden und fing an, anderen davon zu erzählen. Viele bewunderten ihn für seine Reden, er hatte viel Erfolg. Er hatte allen Grund stolz zu sein. Aber es sagt: durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Offenbar war ihm klar: Er hat nicht alles sich selbst zu verdanken. Aber er war auch unzufrieden war mit sich, oder seine Gegner haben ihn kritisiert. Auch da hat er gesagt: Gott gibt mir die Kraft weiterzumachen. So ist Gottes Gnade ein Geschenk für alle, die an sich und ihren Fähigkeiten zweifeln.
Kein Wunder, finde ich inzwischen, dass das gerade Jugendlichen so wichtig ist, denn mit vierzehn sind sie erst dabei, ihren Platz im Leben erst zu finden. Aber diese Worte begleiten mich durchs ganze Leben, wie es ein guter Konfirmationsspruch ja auch tun soll. „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin“ – das zu sagen, tut mir auch als Erwachsene gut. Gottes Gnade gilt mir, wenn mir was gelingt, aber auch, dann, wenn ich etwas nicht kann oder bin.
Wenn Gott so zu mir steht – kann ich dann nicht auch gnädig zu mir selbst sein? Und auch zu anderen. Denn auch sie leben ja durch Gottes Gnade.

Weitere Themen

Das könnte Sie auch interessieren