Gute Nachbarn sein
Meine vierjährige Enkelin hat mich durch die Straße geführt, in der sie wohnt. Dabei hat sie erzählt: „Da drüben wohnt die Irene, die ist meine Nachbarin.“ Eine ältere, freundliche Frau, die ihr zuwinkt und auch mit ihr redet. Um die Ecke wohnt eine Familie mit Kindern, mit denen meine Enkeltochter oft spielt.
Leben in der Nachbarschaft: Wenn Nähe echte Beziehung werden
„Das sind auch meine Nachbarn“, hat sie gesagt. Dann habe ich auf das nächste Haus gezeigt. „Welcher Nachbar wohnt da?“ Da sagt sie: „Der ist nicht mein Nachbar, der wohnt nur da.“ Ich war überrascht. Ich habe nachgefragt und dann verstanden:
Was unterscheidet Wohnen von Miteinander?
Für das Kind macht es einen Unterschied, ob jemand nur gegenüber wohnt oder ob er wirklich Nachbar ist. Nachbarschaft heißt: Menschen kennen sich, grüßen sich und helfen sich, wenn’s nötig ist. Beim Brot, das ich vergessen habe. Oder wenn ich darum bitte, im Urlaub nach den Blumen oder der Post zu schauen.
Warum echte Nachbarn wichtig sind
„Der ist nicht mein Nachbar“, hat meine Enkelin gesagt, „der wohnt nur da.“ Manche Menschen wohnen auch in meinem Dorf nur nebeneinander. Wie schön wäre es, wenn daraus echte Nachbarschaft würde. Gute Nachbarschaft ist der Anfang von einem menschlichen Miteinander, das ein Dorf oder eine Straße trägt – und von einer solidarischen Gesellschaft.
Wie kann ich ein guter Nachbar sein?
Ich möchte nicht nur zufällig nebenan wohnen; ich möchte ein guter Nachbar sein. Dann freue ich mich, wenn jemand auf mein Haus zeigt und sagt: „Das ist mein Nachbar.“