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Feuerwerk
Bildquelle: pixabay

Feuerwerk

Ein Beitrag von

Sandra Matz,

Pfarrerin, Evangelisches Gemeindenetz an der Nördlichen Bergstraße, Alsbach

Mich überkommt an Silvester eine fast kindliche Aufregung – bis zu dem Moment, wo das große Feuerwerk am Himmel zu sehen ist. Über die Sache mit den Böllern kann man verschieden denken. Die einen sagen: Das ist zu viel verballertes Geld. Hundertfünfundzwanzig Millionen Euro Umsatz erwartet die Branche. Die anderen sorgen sich wegen des Lärms um ihre Haustiere – oder werden sogar vom Knallen an Kriegserlebnisse erinnert. Wieder andere aber werden nachher begeistert Knaller oder Raketen anzünden und sich an diesem Brauch freuen. Auch wer da nicht aktiv ist, schaut sich doch oft das Feuerwerk an, draußen oder von drinnen.

So wie ich. Ich böllere nicht, schaue aber gern zu. Für mich ist das Feuerwerk in der Silvesternacht auch ein stiller Moment, obwohl es um mich herum laut ist. Ich sehe die bunten Farben und die schönen Champagnerregen. Es kommt mir vor, als würden die Menschen alle ihre Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte für das neue Jahr an den Himmel werfen. Zumindest mache ich das innerlich. Ich wünsche mir was dabei: meine Familie und meine Freunde sollen gesund bleiben oder es bald werden. Ich wünsche mir: Menschen, zu denen ich im letzten Jahr den Kontakt verloren habe, sollen wieder ein Teil meines Lebens werden.

Ich bete auch. Zum Beispiel, dass meine verstorbene Großmutter gut aufgehoben ist bei Gott. Ich denke auch an die vielen Menschen, die in unserem Land angekommen sind, und hoffe, dass sie hier ein zu Hause finden. Ich wünsche mir Frieden. Ich glaube, dass solche Wünsche oder Gebete im Vergleich zu einem Feuerwerk nicht einfach nach ein paar Minuten verglühen. Sondern dass sie von Gott gehört werden. Heute Nacht, und auch in einem guten neuen Jahr.

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