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Heimat - Wo dein Herz ist

Heimat - Wo dein Herz ist

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von Dr. Fabian Vogt, Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt

Es gibt ja das schöne Sprichwort: „Wo dein Herz ist, da ist deine Heimat.“ Klingt gut. „Wo dein Herz ist, da ist deine Heimat.“ Klar. Da, wo unser Herz höher schlägt, da wollen wir sein. Da, wo wir emotional berührt sind, da fühlen wir uns hingezogen. Da, wo uns das Herz aufgeht, da fühlen wir uns wohl.

Nur, was heißt denn das genau: „Wo dein Herz ist …“ Ich meine: Ich kenne eine Menge Leute, denen geht das Herz auf, wenn sie im Büro sind. „Im Büro, da ist meine Heimat.“ Nee, lieber nicht. Oder doch?

Gestern sagte mir einer: „Mein Herz schlägt für die Eintracht.“ Wo Eintracht Frankfurt ist, da ist meine Heimat.“ Ja … kann schon mal vorkommen. Aber so als Ganzes wär’s mir doch zu wenig.

Und dann lese ich, dass die meisten Menschen mehr Zeit mit dem Smartphone als mit dem Partner verbringen. Heißt das: „Wo mein Smartphone ist, da ist meine Heimat“?

Vielleicht stimmt das ja gar nicht: „Wo dein Herz ist, da ist deine Heimat.“ Zumindest hat schon der Reformator Martin Luther die Sache mit dem „Herzen“ ein wenig kritisch gesehen. Er schrieb nämlich: „Wo dein Herz ist, da ist dein Gott.“ Sprich: Wir hängen unser Herz an vieles. Und geben ihm damit Macht über uns.

Entscheidend ist also, dass wir unser Herz an die richtigen Dinge hängen. Für den frommen Martin Luther war klar, was das ist: Jesus Christus. Aber sein Hinweis gilt natürlich auch allgemein: Ja, Heimat hat ganz viel mit Herzblut zu tun. Gerade darum lohnt es sich, immer wieder zu schauen, ob unser Herz für das Richtige schlägt.

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