hr1 ZUSPRUCH
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Schäfer, Christoph

Eine Sendung von
Christoph Schäfer,
Katholischer Religionslehrer, Rüsselsheim

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Eine Kiste voller Bücher, in der Vordergrund ein Donald-Duck-Heft im typischen Disney-Stil zu sehen ist. Die Bücher sind farbenfroh und unterschiedlich angeordnet, mit vielen bunten Buchrücken im Hintergrund.

Herzlichen Glückwunsch, Donald Duck!

Heute feiern weltweit Comicfans den „Geburtstag“ von Donald Duck. Am 9. Juni 1934 hatte er in einem Trickfilm seinen ersten Auftritt. Seitdem hat die Ente im ikonischen Matrosenanzug unzählige Abenteuer, nun ja, überstanden. Anders kann ich das nicht ausdrücken: Denn während andere Comic- oder Leinwandhelden Grandioses leisten, produziert Donald nur Chaos. Und fährt am Schluss keinen Sieg ein. Sondern kommt gerade so mit einem blauen Auge davon. 

So tollpatschig wie ich

Trotzdem ist er mein Lieblingsheld der „klassischen“ Disney-Figurenfamilie. Ich weiß: Das geht nicht nur mir so. Denn dazu hab ich mal ein Experiment gemacht. In der Schule hab ich eine sechste Klasse erst mal gefragt, ob sie Micky Mouse und Donald Duck kennen. „Klar!“, hat es getönt. Ich fand das eigentlich nicht selbstverständlich. Und hab dann an die Tafel geschrieben: „Micky oder Donald?“ Sofort startete eine heiße Diskussion. Micky hat dabei durchaus Punkte eingestrichen: Ihn finden die Kinder mutig und clever. Aber der klare Sieger ist Donald gewesen. Er hat offenbar in den Disney-Storys wenig Glück, aber viel Charme. Ein Mädchen hat begeistert erklärt: „Ich mag Donald lieber, weil er so tollpatschig ist – genau wie ich.“ 

Dann lach ich über mich selbst

Damit hat sie nicht nur der Klasse aus dem Herzen gesprochen. Sondern auch mir. In den Donald-Storys steckt für mich nämlich sogar ein kleiner Weisheits-Effekt: Ich hab gemerkt: Wenn ich über Donalds cholerische Anfälle angesichts der von ihm verzapften Desaster lache - Dann lach ich eigentlich über mich selbst. 

Ich reagier gerne im Donald-Stil, also unentspannt

Denn im Alltag geht ja leider nicht nur immer wieder etwas schief. Noch nervender find ich ja den Reflex, der dann bei mir aktiviert wird: Ich rege mich auf. Und das viel mehr, als es der Anlass hergibt. Zum Beispiel, wenn ich beim Einkaufen etwas vergessen habe und es mir zuhause erst auffällt. Dann reagier ich gerne im Donald-Stil. Also ziemlich unentspannt. 

Ich erkenn mich wieder

Die Donald-Geschichten funktionieren wie ein Spiegel: Ich erkenn mich und meine Macken wieder. Und kann über mich lachen. Das ist zumindest ein Schritt hin zu mehr Gelassenheit im Alltag. Vielleicht sogar: zu ein wenig mehr Weisheit. In diesem Sinne denk ich heute durchaus ein bisschen dankbar: Herzlichen Glückwunsch, Donald Duck!