hr1 ZUSPRUCH
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Schäfer, Christoph

Eine Sendung von
Christoph Schäfer,
Katholischer Religionslehrer, Rüsselsheim

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Eine steinerne Statue eines Mannes mit Bart und Mönchskleidung. Er hält etwas in seinen Händen und blickt nachdenklich. Im Hintergrund sind verschwommene Bäume und grünes Laub, was eine ruhige, natürliche Umgebung schafft.

Ein Fiasko – und eine neue Chance

Der heilige Bardo hat vor 1000 Jahren gelebt. Aber ich find: Er verkörpert eine sehr aktuelle Botschaft. Die mich motiviert. Ich denk deshalb heute, an seinem Gedenktag, wieder mal an ihn. Bardos Botschaft bring ich für mich so auf den Punkt: „Auch nach einem totalen Fiasko gibt es oft eine neue Chance.“ 

Er stand immer noch vor einem Trümmerhaufen

Bardo hat als Erzbischof das damals riesige Bistum Mainz regiert: Es reichte von Mainz bis Thüringen. Ein Top-Job. Allerdings nicht unbedingt ein Traumjob. Denn Bardo hat eine enorme Altlast auf dem Schreibtisch vorgefunden: Ein paar Jahre vorher ist ein Neubau des Mainzer Doms abgebrannt. Und das am Tag, an dem man ihn einweihen wollte. Ein Desaster. Man hat zwar bald mit dem Wiederaufbau begonnen. Aber letztlich stand Bardo – überspitzt gesagt – immer noch vor einem Trümmerhaufen. 

Er war ein besonders frommer Mönch

Rund fünf Jahre hat sich Bardo mit dem Bau herumgeschlagen. Und gleichzeitig mit politischen Problemen auf höchster Ebene. Denn als Mainzer Erzbischof ist er auch Erzkanzler des Reiches gewesen. Dabei ist Bardo den Quellen zufolge alles andere als ein Alphatier gewesen. Sondern ein besonders frommer Mönch.

Damit lassen sich auch Riesen-Rückschläge überwinden

Aber Bardo hat nicht aufgegeben: Aus dem Mainzer Dom wurde keine Dauer-Bauruine. Wie das mit erst mal gescheiterten Bauprojekten bis heute gerne passiert. 1036 hat er den Dom eingeweiht. Und damit die Folgen des Desasters überwunden. 

Vermutlich hatte Bardo keine andere Wahl, als den Dom wieder aufzubauen. Trotzdem finde ich es bewundernswert, dass er das Projekt durchgezogen hat. Für mich ist das eine motivierende und tröstliche Botschaft: Mit Beharrlichkeit und Gottvertrauen lassen sich auch Riesen-Rückschläge überwinden.

Und es hat dann funktioniert!

Ich hab das ja auch schon immer wieder mal erlebt: Mit einer Seminararbeit im Studium bin ich erst krachend gescheitert – und hab dann mit einer mühsam erstellten Neufassung doch noch Erfolg gehabt. Und als Lehrer hab ich mit einem Kreativprojekt ebenfalls erst mal einen Reinfall erlebt. Später hab ich mich, mit Nachbesserungen, wieder auf dieses Projekt eingelassen. Und es hat funktioniert. 

Ich möchte mich daher immer wieder von Bardo inspirieren lassen. Denn das tut sicher ganz allgemein gut. Egal ob ich durch die Führerscheinprüfung gefallen bin oder beruflich etwas schiefläuft: Nach einem Fiasko kann ich nach neuen Chancen suchen. Und diese dann nutzen.