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Der Sprung

Der Sprung

Martin Vorländer
Ein Beitrag von Martin Vorländer, Evangelischer Pfarrer und Rundfunkbeauftragter für den hr, Frankfurt

Nina und Tom heiraten. Für beide ist es die zweite Ehe. Entsprechend vorsichtig haben sie ihre Beziehung angefangen. Schließlich haben sie beide schon erlebt, dass auch eine große Liebe scheitern kann.

Sie haben sich Zeit gelassen, dann standesamtlich geheiratet. Jetzt wollen sie sich auch kirchlich trauen lassen und um Gottes Segen für ihre Ehe bitten. Sie haben sich dafür einen besonderen Ort ausgesucht: ihre Lieblingskirche. Dorthin haben sie die engsten Freunde und ihre Familien an einem Sommertag eingeladen. Vor Gott und ihrer Hochzeitsgemeinde geben sie sich das Ja-Wort.

Das ist ein Jahr her. Normalerweise kommen nach der Hochzeit Flitterwochen, Honeymoon, alles nur Glück und Seligkeit. Für Nina und Tom war das erste Ehejahr eine harte Zeit. Er hat im Beruf mehrere Niederlagen erlebt. Seinen bisherigen Job hat er aufgegeben. Es ist noch nicht klar, wie es weitergeht. So strahlend und unbeschwert wie an ihrem Hochzeitstag sieht das Leben momentan für die beiden nicht aus. Ob das ihre Ehe aushält, unken jetzt schon manche.

„Natürlich“, sagt Nina. „In guten wie in bösen Tagen, so haben wir uns das versprochen. Uns war auch bei unserer Hochzeit klar: Der Segen ist nicht nur für die Glücksmomente da. Auf den Segen kommt es gerade dann an, wenn es hart auf hart kommt. Wenn das Glück mal ausbleibt. Gerade dann brauchen wir Beistand. Unsere Liebe bleibt ein Sprung. Mal ins kalte Wasser. Und hoffentlich dann auch wieder ein Sprung vor Freude. Bei beidem halten wir zusammen.“

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