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Wohnung mit schlechter Schwingung?

Wohnung mit schlechter Schwingung?

Martin Vorländer
Ein Beitrag von Martin Vorländer, Evangelischer Pfarrer und Rundfunkbeauftragter für den hr, Frankfurt

„Die Wohnung ist schön“, sagt der Vormieter, als er dem Paar den Schlüssel übergibt. „Ich habe eigentlich gern hier gewohnt. Aber die Wohnung hat mir kein Glück gebracht. Meine Ehe ist in diesen vier Wänden kaputt gegangen. Jetzt bin ich froh, dass ich raus bin.“

Das Paar kommt ins Grübeln. Aber die beiden sind vor allem erleichtert, ein neues Zuhause gefunden zu haben. „Gut, dass ihr jetzt hier einzieht“, begrüßen sie die neuen Nachbarn. „Die vor euch haben sich so angeschrien, dass man es im ganzen Haus gehört hat. Und die davor, die haben sich auch getrennt.“

Der Umzug verläuft kräftezehrend und nervenaufreibend. Beide sind angestrengt, gereizt und streiten sich. Vom Kisten schleppen erschöpft liegt ihr Liebesleben brach. „Vielleicht hat die Wohnung tatsächlich eine schlechte Schwingung. Du hast doch gehört, irgendwie war in der Wohnung noch keiner glücklich“, sagt er. „Hoffentlich geht es uns nicht wie den Paaren vor uns.“ Sie wiegelt ab: „Sei doch nicht abergläubisch!“

Kann das sein, dass eine Wohnung Unglück bringt? Oder ein Tag wie heute, Freitag, der dreizehnte? Die Bibel erzählt schon davon, dass es Dinge und Ereignisse gibt, die wir nicht erklären können und die dadurch unheimlich sind. Gleichzeitig hält die Bibel dagegen, wenn ich Dingen, bestimmten Zeiten oder Zahlen Macht über mein Leben gebe. Ich traue den Dingen dann magische Kräfte zu und mache mein Schicksal von ihnen abhängig.

Die Vorgeschichte einer Wohnung soll eine Beziehung zerstören können? Das ist gruselig. Genau das unterscheidet Glaube vom Aberglauben. Aberglaube will Angst einjagen. Glaube an Gott will von Furcht frei machen.

„Du hast recht“, sagt der Mann zu seiner Freundin im neuen Zuhause. „An der Wohnung liegt es nicht. Unsere Liebe ist stark. Und wenn mal was ist, müssen wir schon selber ran und herausfinden, wo die Probleme zwischen uns liegen und wie wir sie lösen.“

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