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Terror im Namen von Relgion
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Terror im Namen von Relgion

Martin Vorländer
Ein Beitrag von Martin Vorländer, Evangelischer Pfarrer und Rundfunkbeauftragter für den hr, Frankfurt

Die Angst vor Terroranschlägen hört nicht auf. Kanzlerin Angela Merkel hat am Donnerstag im Bundestag die entscheidende Frage gestellt: Warum verbinden Terroristen ihre Untaten mit ihrem Glauben? Wie können sich die Mörder von Paris auf den Islam berufen? Merkel sagte: „Ich halte eine Klärung dieser Fragen durch die Geistlichkeit des Islam für wichtig und ich halte sie für dringlich. Ihr kann nicht länger ausgewichen werden.“

Gewalt im Namen von Religion. Diesem schrecklichen Thema müssen sich alle Religionen stellen, der Islam genauso wie das Christentum. Im Christentum haben wir eine bittere Lerngeschichte hinter uns. Wir setzen uns damit auseinander, wie Kreuzzüge, Hexenverbrennungen, Verfolgung von Jüdinnen und Juden im Namen des christlichen Glaubens möglich waren.

Als Christ bin ich beeindruckt, wie eindeutig sich diese Woche islamische Theologen von den Universitäten in Frankfurt und Gießen zu den Attentaten von Paris geäußert haben. Sie sagen: Eine bloße Distanzierung von Gewalt reicht nicht. Sie sagen weiter: Man kann nicht einfach behaupten, die Morde und der Terror hätten „nichts mit dem Islam zu tun“. Diese hessischen islamischen Theologen stellen sich der Aufgabe. Sie wollen die Bezüge der Terroristen zum Islam aufdecken und islamische Antworten darauf geben.

„Im Namen Gottes darf nicht getötet werden!“ Vertreter der drei großen Religionen in Deutschland haben das in einem gemeinsamen Manifest nach den Anschlägen gesagt. Bibel, Thora und Koran sind „Bücher der Liebe, nicht des Hasses“, so sagen sie wörtlich. Ich meine: Liebe ist nicht nur ein Wort. Der Liebe müssen Taten folgen. Und das heißt: Ran an die Kritik, wo Religion zu Gewalt beiträgt. Da muss jeder bei seinem Glauben anfangen. Gut, dass Muslime in Hessen das jetzt so deutlich angehen.

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