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Gestern war Blutmond – Staunen über die Schöpfung
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Gestern war Blutmond – Staunen über die Schöpfung

Christoph Wildfang
Ein Beitrag von

Christoph Wildfang,

Evangelischer Pfarrer, Arnoldshain

Gestern Nacht ab halb zehn sorgte die Natur für die romantischste Beleuchtung, die man sich vorstellen kann: Der Sommer-Vollmond färbte sich glutrot. Bei der längsten totalen Mondfinsternis dieses Jahrhunderts. So richtig nach Vollmond sah es zuerst gar nicht aus. Eher eine ungewöhnliche Mondsichel, die sich dann rot und bräunlich färbte. Ich hatte tags zuvor schon mal geschaut, wo am Himmel ich das sehen kann. Damit ich auch nichts von den eindreiviertel Stunden Glutmond verpasse. Der Mond hatte gestern noch eine besondere Begleitung: den roten Planeten Mars. Nur drei Fingerbreit unter dem Mond. Während der Mond sich verfinsterte, strahlte der Mars umso heller. Beim Warten auf die Mondfinsternis hab ich mich gestern schon am Abendstern, der strahlend hellen Venus gefreut.
Ich schaue in die Nacht und denke: Wie klein der Mensch ist, wie riesig das Universum. Wer bin ich da schon? Der Mond, der Mars, die Sterne. Nichts davon haben Menschen gemacht, nichts davon können wir beeinflussen. Aber freuen. Und staunen über die Schöpfung. Und fühle mich gleichzeitig klein. Wer bin ich schon, was ist ein Mensch angesichts dieser Weiten im Weltall?
Geborgen fühle ich mich in Worten der Bibel. „Gott, (…) wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.“ (Psalm 8, 2.4-5) Das baut mich auf.
Jeder Mensch: Gottes Ebenbild. Gott kennt auch mich und hat mich lieb. Ich bin auch im großen Universum nicht klein und ausgeliefert. Über eine Stunde hab ich gestern geschaut. Und gestaunt. Wie herrlich. Und ich – ein Teil davon. Auch herrlich.
Wenig niedriger als Gott. Das ist ein starkes Gefühl. Und mit diesem Lebensgefühl möchte ich auch andere Menschen anschauen. Wenig niedriger als Gott. Auch Gottes Ebenbild. Was ist der Mensch? Jede und jeder Schöpfung Gottes.

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