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Frankfurt hilft – Ein Dank an ganz normale Menschen in der Flüchtlingshilfe
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Frankfurt hilft – Ein Dank an ganz normale Menschen in der Flüchtlingshilfe

Charlotte von Winterfeld
Ein Beitrag von

Charlotte von Winterfeld,

Evangelische Pfarrerin, Frankfurt

Sie sind mir oft an Bushaltestellen begegnet: Plakate mit großen Portraitfotos. Ich habe mich gewundert, weil die Menschen auf diesen Fotos so normal sind: nicht geschminkt, keine Modelfigur, nicht unbedingt modische Kleidung. Keine üblichen Werbeplakate also. Erst auf den zweiten Blick habe ich gemerkt, dass es um normale Frankfurterinnen und Frankfurter geht, die geflüchteten Menschen helfen.
Dennis hilft, steht auf einem der Plakate. Dennis ist ungefähr zwanzig. Ein smarter und sportlicher Typ lacht mich breit von dem Plakat an. Dabei steht, wie Dennis hilft. Dennis teilt seine Sportbegeisterung und spielt regelmäßig mit jungen Geflüchteten Fußball. Am Ende bedankt sich die Initiative, die die Plakate geklebt hat. Sie heißt Koordinierungsstelle „Frankfurt hilft“. Auf dem Plakat steht: Danke, Dennis.
Bernd hilft auch. Und Knud. Und Natascha. Und Zerai. Und Uta.
Uta ist berufstätig und Mutter von drei Kindern. Uta unterstützt einen jungen afghanischen Flüchtling. Sie gibt ihm Nachhilfe in Deutsch und Mathematik und bereitet ihn auf den Hauptschulabschluss vor. Ob er es packen wird, weiß sie noch nicht. Selbst im eigenen Freundeskreis ist Skepsis da. Uta fällt es manchmal schwer, ihr Engagement zu verteidigen. Denn nicht alles klappt so, wie geplant. Trotzdem spricht Uta von „wahnsinnig tollen Erfahrungen“.
Dennis. Natascha. Uta. Knud. Nach Schätzungen der Initiative „Frankfurt hilft“ engagieren sich in Frankfurt mindestens 1500 Bürger für die Integration von Flüchtlingen.
Allen gemeinsam ist, dass sie einen langen Atem haben. Als 2015 die vielen Flüchtlinge nach Frankfurt kamen, gab es eine Art Willkommens-Euphorie. Die ist längst im Sand versickert. Jetzt kommen nur noch wenige Geflüchtete. Und das Interesse am Thema nimmt ab. Dabei ist die Integration ein langjähriger Prozess.
Die Geschäftsführerin von „Frankfurt hilft“, Dilek Akkaya, sagt: „Die Plakate sollen in zwei Richtungen wirken: nach außen, um neue Helfer zu gewinnen, und nach innen, um die bisher Aktiven in ihrem Engagement zu bestärken und ihnen zu danken. Die Ehrenamtlichen sollen gewürdigt werden und spüren: Was ich mache, ist gut und richtig.“
Ich habe überlegt, woher diese Engagierten wohl ihre Motivation nehmen und warum sie durchhalten. Das ist wahrscheinlich für jeden ein bisschen anders.
Knud sagt dazu: „Ich habe in den letzten zwei, drei Jahren andere Kulturen besser kennen- und verstehen gelernt. Und meine Sichtweise auf mein eigenes Leben hat sich verändert. Vorher war ich viel konsumorientierter, auf schnellen Spaß aus.“
Ich fand diese Plakate richtig gut. Konkrete Menschen und Gesichter zu sehen und zu wissen: Jeder einzelne trägt auf seine eigene Art dazu bei, dass Menschen aus anderen Ländern hier in meiner Stadt ankommen. Und auch mal „Danke“ dafür zu sagen.

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