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Die Gesunden brauchen keinen Arzt
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Die Gesunden brauchen keinen Arzt

Thomas Drumm
Ein Beitrag von

Thomas Drumm,

Evangelischer Pfarrer, Leiter der Akademiker-SMD, Marburg

An Gott glauben – Ist das nur was für Alte, Kranke oder Schwache? Eben für die, die eine Stütze brauchen, weil sie vielleicht sonst nicht durchs Leben kommen?
Ich stutze, wenn man mir das erklärt, und denke: Ich bin weder alt, noch krank, noch schwach. Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass ich am Leben zerbreche. Trotzdem glaube ich.
Auf der anderen Seite sehen die ja auch was Richtiges, die sagen, Glaube sei was für Zukurzgekommene. Denn Gott hat wirklich ein Herz für die Schwachen. Gerade für die will er da sein. Jesus wendet sich Menschen zu, mit denen die anderen nichts zu tun haben wollen. Er hält sich bei den Gescheiterten auf. Spricht die an, die übersehen werden.
Das hat man ihm vorgeworfen: Du kümmerst dich um die Falschen. Jesus hört diesen Vorwurf, erklärt es so: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken!
Wie gut, denke ich mir, dass sich Jesus denen zuwendet, die ihn wirklich brauchen – wie ich das auch von einem guten Arzt erwarte. Der soll sich nicht zuerst um die Gesunden kümmern, sondern um die Kranken. Dafür ist er schließlich da.
Und was ist mit mir, der ich gesund bin? Ich kann mich dran freuen, dass es mir gut geht und ich gerade keinen Arzt brauche. Und gleichzeitig ist mir auch klar: Auch ich könnte mal zu denen gehören, die Hilfe brauchen. Gut, dass ich weiß, an wen ich mich dann wenden kann.

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