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Alles ist möglich – Was mich als Nicht-Fußballer an der WM begeistert
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Alles ist möglich – Was mich als Nicht-Fußballer an der WM begeistert

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt

Beim Fußball in der Schule war ich höchstens als Torpfosten zu gebrauchen. Darum wurde ich meistens als einer der Letzten in die Mannschaft gewählt. Ich saß entweder auf der Reservebank oder wurde als Verteidiger hinten eingesetzt. Meine Klassenkameraden dachten, da kann ich am wenigsten Schaden anrichten.
Der Fußball und ich, wir sind auch später keine dicken Freunde geworden. Aber immerhin gehöre ich inzwischen zu den Rosinenpickern, die mitfiebern und mitjubeln, wenn es was Besonderes gibt. Zum Beispiel, wenn die Eintracht Frankfurt Bayern München schlägt und den DFB-Pokal gewinnt. Da bin ich schon aus Lokalpatriotismus aus dem Häuschen. Oder ab heute, wenn die Fußball-WM in Russland beginnt. Klar verfolge ich, wie die deutsche Nationalmannschaft spielt. Und ich bin gespannt, ob es wieder so einen Außenseiter-Liebling wie die Isländer gibt, die sich bei der letzten EM mit ihrem Schlachtruf „Hu!“ in die Herzen gespielt haben.
Das begeistert mich Nicht-Fußballer am Fußball: die Leidenschaft pur. In unserer Welt ist genügend unübersichtlich und kompliziert. Endlich mal kein schwammiges „Mal sehen“, „vielleicht“, sondern gemeinsame Begeisterung, Mit-Leiden, Mit-Zittern, sich heiser Schreien, wildfremden Menschen in die Arme fallen.
Und mir gefällt: Beim Fußball ist alles möglich. Selbstverständlich gibt es die Favoriten. Aber selbst die stärkste Mannschaft muss sich davor hüten, dass sie nicht wie ein Goliat von dem kleinen David geschlagen wird. Jesus sagt in der Bibel: Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt. Jesus meint den Glauben an Gott. Glauben gibt die innere Stärke: Du bist nicht darauf festgelegt, dass die anderen dich für den ausgemachten Verlierer oder Torpfosten halten. Du kannst sie alle überraschen. Beim Fußball und im Leben.

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