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Was gibt mir Halt?
Bild: mrapsch/Pixabay

Was gibt mir Halt?

Susanna Petig
Ein Beitrag von

Susanna Petig,

Evangelische Pfarrerin, Kirchspiel Gensungen, Felsberg /Eder
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"Wechselnde Pfade, Schatten und Licht –
alles ist Gnade; fürchte dich nicht!"

Der Spruch hängt eingerahmt bei der alten Dame über dem Bett. Es geht ihr nicht gut, es geht auf das Ende zu.

Ein Gedanke, der Halt gibt

Aber dieser Gedanke gibt ihr Halt: Egal, ob mein Lebensweg durch dunkle oder durch sonnige Strecken führt: immer steckt Gott dahinter. Du brauchst dich nicht zu fürchten. Gott ist bei dir und lässt dich nicht fallen.

Den Spruch habe ich mir aufgeschrieben, damit ich ihn nicht vergesse – und auch sie nicht vergesse, die alte Dame, wie sie getrost und mutig schaut, was auf sie zukommt.

Auch ich brauche Gedanken, die mich stärken

In schwierigen Situationen, wenn ich Angst habe oder von Zweifeln getrieben bin, brauche ich einen Gedanken, der mich hält wie ein Sonnenstrahl im Dunkeln. Der meinen Blick auf eine Wahrheit richtet, die tröstet.

"Ich bin getauft!"

Auch Martin Luther hatte so einen. Er lautet: "Ich bin getauft!" Es heißt, er habe diese Worte oft vor sich auf das Schreibpult geschrieben und daraus neuen Mut geschöpft. Getauft sein – das bedeutete für ihn: Gott hat ein für alle Mal "ja" zu mir gesagt. Er hat mich als sein Kind angenommen, und das kann mir nichts und niemand streitig machen. All die dunklen Gedanken, die mich quälen, können mich vielleicht unruhig machen und um den Schlaf bringen. Aber Gott von mir entfernen können sie nicht.

"Alles ist Gnade, fürchte dich nicht!"

Wechselnde Pfade, Schatten und Licht – das hat die alte Dame aus meiner Gemeinde erlebt, das hat Luther erlebt und ich vermute, auch Sie und ich. Es gehört zum Menschsein dazu. Dann gibt es mir Halt, zu wissen: Gott hat ein für alle Mal "ja" zu mir gesagt. Zu vertrauen: "Alles ist Gnade, fürchte dich nicht!"

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