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Tag der Straßenkinder (Österreich)
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Tag der Straßenkinder (Österreich)

Dr. Klaus Depta
Ein Beitrag von

Dr. Klaus Depta,

Katholischer Rundfunkbeauftragter, Fulda

Moderator/in: Das Schicksal von Straßenkindern – bei diesem Schlagwort denken die meisten Menschen sofort an Südamerika, vielleicht auch noch an die Philippinen oder an Osteuropa. Aber ganz sicher nicht an Zentraleuropa. Und trotzdem gibt es auch bei uns in Deutschland Straßenkinder. Die Schätzungen fallen schwer. Aber rund 40.000 Kinder leben auch bei uns auf der Straße. Klaus Depta von der Katholischen Kirche: Was kann man dagegen tun?

Na, vielleicht genau das, was unser Nachbarland Österreich heute tut. Dort wird nämlich heute der von der Kirche inszenierte Tag der Straßenkinder begangen. Das Ziel ist eindeutig: Kinder, die auf der Straße leben, sollen mehr Zuwendung und mehr Hilfe bekommen. Bei uns gibt solch einen Erinnerungstag nicht. Obwohl das notwendig wäre. Denn die Zahl von rund 40.000 Kindern und Jugendlichen ohne Meldeadresse, wie das im Amtsdeutsch so schön heißt, ist natürlich viel zu hoch.

Aus welchen Gründen leben bei uns Kinder auf der Straße?

In den meisten Fällen wegen Gewalt im Elternhaus. Viele Kinder geben an, dass sie verprügelt wurden und es einfach zu Hause nicht mehr ausgehalten haben. Deshalb schlafen sie bei Freunden, an Bahnhöfen, im Wald, in aufgebrochenen Autos. Werden Kindern von den Behörden aufgegriffen, geht’s ab nach Hause. Und von dort hauen die meisten dann so schnell wie möglich wieder ab.

Was kann man dagegen tun, wie kann man den Kindern und Jugendlichen helfen?

Das Beste wäre natürlich eine umfangreiche Betreuung, damit verloren gegangenes Vertrauen wiederhergestellt wird. Ein erster Schritt aber sind Notunterkünfte für die Nacht. Die Städte und Gemeinden, aber auch kirchliche Träger wie Diakonie und Caritas helfen hier weiter. Und mit Blick auf Österreich nenne ich mal die Einrichtungen der Jugendhilfe Don Bosco. Der Heilige gilt nämlich als Patron der Jugend – und deshalb haben unseren österreichischen Nachbarn ihren Tag der Straßenkinder bewusst auf seinen heutigen Namenstag gelegt.

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