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Himmel und Hölle
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Himmel und Hölle

Johanna Fröhlich
Ein Beitrag von

Johanna Fröhlich,

Evangelische Pfarrerin, Frankfurt am Main
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In der Nachbarschaft habe ich Himmel und Hölle entdeckt. Die Kinder spielen das alte Hüpfkästchenspiel wieder auf der Straße. Mit Kreide sind die Kästchen von 1 bis 10 aufgemalt. Mal muss man mit einem Bein, mal mit beiden Beinen auf die Felder springen. Es gibt ein Kästchen für den Himmel und eins für die Hölle. Die Hölle muss man überspringen. Den Himmel erreichen. Aber ein kleiner Fehltritt reicht und: du bist raus.

"Ich glaube nicht, dass ich für Fehler in die Hölle komme"

Für mich ist’s lange her mit dem Hüpfen. Das Leben ist oft kein Kinderspiel. Mir hat manches Mal ein Fehler Höllenqualen bereitet. In jungen Jahren sowas wie die verpatzte Führerscheinprüfung. Später vor allem Zwischenmenschliches: Wenn ich andere verletzt habe. Ich glaube nicht, dass ich für Fehler in die Hölle komme. Aber ich muss für sie gradestehen. Wenn ich Schuld auf mich geladen habe, muss ich mich dem stellen.

Gott gibt neue Chancen

Doch es hilft mir dabei, was Jesus gesagt und getan hat. Er hat gesagt: Gott gibt neue Chancen. Ein Fehler, selbst schlimme Schuld, führt nicht zur ewigen Verdammnis. Du kannst neu anfangen.

Nach einem Fehler eine Rund aussetzen

Für mich heißt das: Vielleicht muss ich nach einem Fehler eine Runde aussetzen. Eine Zwangspause, in der ich nachdenken und reden kann. Dann kann ich bereuen und mich versöhnen. Im besten Fall habe ich etwas aus meinen Fehlern gelernt. Ich glaube: In Gottes Spielregeln ist niemand für immer raus. Das Glück kann immer wieder neu anfangen.

Wie bei den Kindern auf der Straße. Nach einer Runde „Aussetzen“ geht es für alle wieder von vorne los. Für jeden eine neue Chance.

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