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Unternehmer für das Klima
Sarah Richter/Pixabay

Unternehmer für das Klima

Charlotte von Winterfeld
Ein Beitrag von

Charlotte von Winterfeld,

Evangelische Pfarrerin, Frankfurt
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Eigentlich bin ich gar nicht so schlecht im Klima retten. Ich fahre viel Fahrrad und bekomme jeden Dienstag eine Bio-Kiste mit Obst und Gemüse. Vegetarisch lebe ich schon lange, Milchprodukte esse ich immer seltener. Also eigentlich nicht so schlecht in der Öko-Bilanz. Dachte ich.

Den eigenen Fußabdruck entdecken

Auf der Seite www.fußabdruck.de von Brot für die Welt kann man einen Klimatest machen und sich eine persönliche Bewertung abholen. Wenn alle Menschen so leben würden wie ich, auch was Technik, Wohnungsgröße und Heizverhalten angeht, dann würde man mehr als zwei Erden brauchen. Das hat mich schon erschreckt.

Das Thema Klima ist in aller Munde. Dank Greta Thunberg und den Demonstrationen junger Menschen. „Ich will, dass ihr in Panik geratet“. Sagt Greta auf der UNO-Klimakonferenz den Politikern. Und auf dem Weltwirtschaftsforum den scheinbar untätigen Unternehmern.

„Entrepreneurs for Future“

Untätige Unternehmer? Das stimmt schon längst nicht mehr. Mehr als 1500 Firmen mit 180.000 Arbeitsplätzen haben sich zusammengetan, um das Klima zu schützen. Sie nennen sich „Entrepreneurs for Future“ – Unternehmer für die Zukunft. David Wortmann hat diese Initiative gegründet. Er ist Geschäftsführer der DWR eco. Sein Unternehmen berät Firmen zu klimaschonenden Technologien.

Profis für den Klimaschutz

Für David Wortmann begann alles mit dem Satz des FDP-Chefs Christian Lindner. Der hat sinngemäß gesagt: „Klimaschutz ist nichts für Kinder und Jugendliche. Das ist eine Sache für Profis.“ Das brachte Wortmann auf eine Idee: „Wir sind ja Profis aus der Wirtschaft und wissen: Es gibt schon Lösungen.“  Wortmann will zeigen: Auch die Wirtschaft, zumindest Teile von ihr, agieren umweltbewusst mit innovativen Techniken und Geschäftsmodellen. Viele der Unternehmen haben eigene Klimaschutzversprechen formuliert.

Die Versprechen der Unternehmer

Silke Stremlau von den Hannoverschen Kassen verpflichtet sich: „Keine Dienstwagen mehr, ÖPNV-Ticket für alle Kollegen, BahnCard 50 und keine dienstlichen Flüge!“

Auch das Mainzer Familienunternehmen für Reinigungsprodukte Werner & Mertz verspricht: „Bis 2025 werden nicht nur alle unsere Verpackungen recyclingfähig sein, sondern komplett aus Recycling-Material  bestehen. Plastik im Kreislauf zu halten, bedeutet einen wichtigen Schritt zum Schutz unseres Klimas und der Meere.“

Ich finde es wunderbar, dass so viele Unternehmer sich den Klimaschutz auf die Fahnen schreiben. Ich weiß nicht genau, woher Menschen wie sie die Kraft nehmen, so große Veränderungen anzupacken, trotz des Erfolgsdrucks als Unternehmen.

Klimaschutz geht alle an

Aber ich weiß, was ich in ihnen sehe: Arbeiter an einer besseren Welt und am Reich Gottes. Das spornt mich an. Wenn die etwas tun, obwohl bei ihnen die Existenz auf dem Spiel steht, warum sollte ich nicht auch noch mehr tun als bisher?

Christof Struhk, Gründer des Kreativ-Markts Modulor, erklärt in einem Youtube-Video: „Ich bilde mir nichts drauf ein, etwas fürs Klima zu tun. Aber wenn meine Kinder mich später fragen, möchte ich sagen können: Ich habe wenigstens irgendetwas gemacht.“

Ich werde auch nochmal überprüfen, wie ich meinen Fußabdruck eine Nummer kleiner kriege. Wir schaffen das nur alle zusammen.

 

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