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Schöpfungslied
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Schöpfungslied

Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg
Ein Beitrag von

Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg,

Evangelischer Pfarrer, Issigheim / Bruchköbel
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Ich habe frei. Niemand will was von mir. Ich liege im Gras. Die Sommersonne hüllt mich von oben her freundlich ein. Ich spüre die angenehm kühle Erde unter mir und lausche den Vögeln.
„Herrlich! Paradiesisch!“ Denke ich und schließe die Augen.
Träge wandern meine Gedanken hierhin und dorthin.

Bei einem Streitgespräch mit einem Konfirmandenvater bleiben sie hängen. Worum ging es noch? Ach ja: Schöpfung und Naturwissenschaften. Er meinte, das wäre doch eindeutig: Die Bibel lügt. Die Welt ist nicht von Gott geschaffen. Sie ist ein Zufalls­produkt. Durch den sogenannten Urknall entstanden. Die Naturwissenschaften haben das erforscht und somit Recht. Der Schöpfungsbericht in der Bibel sei sowas von verkehrt. Da stünde ja, dass Gott die Welt in sieben Tagen geschaffen hätte. Blödsinn.

Und während ich da so im Gras liege und meinen Gedanken nachhänge, erinnere ich mich, wie ich versucht habe, es ihm zu erklären: Der Schöpfungsbericht ist eigentlich gar kein Bericht, sondern ein Lied. Ein Loblied auf den Schöpfer. Mit sieben Stro­phen, daher die sieben Tage. Für jeden Wochentag eine Strophe, in der beschrieben wird, was es alles an wundervollen Dingen gibt. Ein Lied mit dem Höhepunkt des freien Tages und der Aussage am Ende: Siehe, es ist alles sehr gut. (1. Mose 1,31).

Ein Lied, in dem es schon auch darum geht, dass Gott der Welt eine gute Ordnung gegeben hat – ganz so wie die Naturwissenschaften es mit ihren Gesetzen beschreiben.
Ein Lied das aber vor allem zum Staunen anregen will.
Es war eine lange Diskussion. Ob sie was gebracht hat?, denke ich noch so.
Dann höre ich in der Ferne das Spiel der Kinder und denke einen letzten trägen Gedanken:
Vielleicht hätte ich ihn einfach einladen sollen, einmal Pause zu machen.
Und sich mit mir ins Gras zu legen.
Und das zu genießen.
Und sich das wundervolle Lied der Schöpfung im Original anzuhören.

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