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Satt und selig
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Satt und selig

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von

Bernd Spriestersbach,

Evangelischer Schulpfarrer und Schulseelsorger, Hanau
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„Satt und Selig“. Im Gemeindebrief der Lutherkirche Fulda lese ich darüber. In Gemeinschaft Mittagessen. Stärkung für den Leib. Und Wohltat für die Seele. Toll, denke ich. Genau das braucht es.

„Die Einsamkeit ist das Schlimmste. Das Alleinsein.“ Wie oft hat meine Schwiegermutter das gesagt. Nach dem Tod des Ehemannes. Von meiner Mutter höre ich das auch. Und von vielen Alleinstehenden. „Das Alleinsein ist das Schlimmste.“ ‚Satt und selig‘ will Abhilfe schaffen. Für die, die hingehen. Und hingehen kann jeder.

Pfarrerin Anke Mölleken lädt ein: „Keine Muße zum Kochen ... oder keine Lust, alleine am Mittagstisch zu sitzen?“ – Dann bin ich bei ‚Satt und Selig‘ genau richtig. Von Montag bis Freitag. Donnerstags isst die Pfarrerin mit. Wenn ich will, kann ich sie ansprechen. Etwas fragen. Sagen, was ich auf dem Herzen habe.

„Satt und Selig.“ Eine gute Idee. Und so wichtig, was Kirche hier leistet. In Gemeinschaft essen ist kommunikativ. Da wird geredet und gelacht. Ich komme raus. Höre etwas anderes. Im Laufe der Zeit kennt man sich. Das tut gut. Dem psychischen Wohlbefinden. Der Seele. Denn: „Selig“ heißt glücklich. Essen macht satt. Gemeinschaft glücklich.

8 Mitarbeiter versorgen die etwa 25 Personen, die zum Mittagstisch kommen. Die warme Mahlzeit genießen. Junge und Alte sind da zusammen. Fröhliche und Traurige. Einheimische und Fremde. Aus dem benachbarten Flüchtlingsheim kommen Menschen verschiedenster Nationalitäten. Unterschiedlich sind sie alle. Und bilden doch eine fröhliche Gemeinschaft. Sind nach dem Essen satt und selig.

Viele Nachfolger soll es finden, das Projekt „Satt und selig“. Das wünsche ich mir. Frauen und Männer, die sich wie die Mitarbeiter in der Lutherkirche engagieren. Für Leib und Seele anderer sorgen. Menschen glücklich machen. Mit einem einfachen Mittagessen. Einem angelegten Wort. Mit erfahrener Gemeinschaft. Und so erlebbar machen, was christliche Kirche ausmacht.
 

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