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Pilgern statt wandern

Pilgern statt wandern

Verena Maria Kitz
Ein Beitrag von

Verena Maria Kitz,

Katholische Pastoralreferentin in St. Michael, Zentrum für Trauerseelsorge, Frankfurt
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Nächste Woche fangen die Sommerferien an. Schon als Schülerin damals fand ich diese Zeit wunderbar. In diesem Jahr ist das alles anders. Viele können wegen Corona nicht so Ferien machen wie geplant: Das Geld ist knapp, oder die Reiseziele sind wegen Corona geplatzt. Das ist bei uns auch so. Wir wollten mit ein paar Leuten in den Alpen wandern gehen, in Hütten übernachten, auf dem Matratzenlager. Aber das wird in diesem Jahr nichts.

Sommerferien zum Innehalten

Natürlich ist das schade, aber irgendwie passt es auch für mich. Ich will dieses Jahr nicht einfach so weitermachen wie immer. Die Pandemie, die ist für mich wirklich eine Unterbrechung. Wir sind zwar bisher, Gott sei Dank, ziemlich gut  durchgekommen. Aber ich will diese Seuche, ich benutze bewusst mal dieses Wort, die Seuche, die so viele Menschen weltweit ins Elend stürzt oder sogar umbringt, zum Anlass nehmen, um innezuhalten: Mich zu fragen: Wie lebe ich denn eigentlich? Was ist mir wirklich wichtig? Und welchen Platz haben andere Menschen, welchen Platz hat auch Gott in meinem Leben?

Pilgern zu Erkenntnissen

Durch Corona ist mir eine Idee gekommen, wie ich das machen kann. Und trotzdem das tun kann, was ich gerne mache in den Ferien: laufen, wandern. Das geht ja nicht nur in den Alpen. Vor ein paar Jahren bin ich schon einmal hier in der Gegend gelaufen, auf dem Elisabethpfad, einem Pilgerweg. Der startet hier in Frankfurt, wo ich wohne. Und es  ist ein Pilgerweg, weil es auf dem Weg Stationen aus dem Leben der heiligen Elisabeth gibt. Die helfen, genau solche Lebensfragen beim Laufen zu meditieren: Was ist mir wichtig, wie lebe ich und wofür?

Durch’s Laufen bei mir selber ankommen

Das finde ich eine gute Aussicht für diese Sommerferien: Ich kann laufen. Das tut mir gut und hilft mir beim Erholen. Und ich mache trotzdem nicht einfach so weiter, sondern kann mich und mein Leben überprüfen. Und dann komme ich hoffentlich gut an – am Ziel und auch bei mir selber, und bei dem, was mir wirklich wichtig ist.

Service-Links:

https://www.elisabethpfad.de/ 

http://www.jakobswege-europa.de/wege/elisabethpfad.htm

 

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