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Nur noch zwei Blätter am Kalender
Bildquelle: pixabay

Nur noch zwei Blätter am Kalender

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt

Wenn Sie einen Abreißkalender haben, dann haben Sie das Ende vor Augen: nur noch zwei Blätter hängen am Kalender. Der 30. Dezember und der 31. Dezember. Die anderen 363 Tage sind einfach so abgerissen. Die meisten Kalenderblätter sind im Papierkorb gelandet. Ein, zwei besondere habe ich aufgehoben.
Von 2017 bleiben noch knapp 41Stunden. Klar, es steht noch einiges heute auf dem Programm. Einkaufen zum Beispiel für zwei Tage, eventuell vorbereiten für die Silvesterfeier. Aber das wird hoffentlich nicht den ganzen Tag in Beschlag nehmen.

In der Bibel steht: „Kauft die Zeit aus!“ Das soll heißen: Nutzt die Zeit! Macht was aus ihr! Behandelt sie nicht einfach wie abgerissene Kalenderblätter! Ich mache das so: Ich nehme mir
heute oder morgen an Silvester eine Stunde Zeit. Ich verabrede mich mit mir selber, so wie man sich mit einem guten Freund verabredet. Ich suche mir einen Ort im Haus, an dem ich Ruhe habe. Ich mache mir eine Tasse Tee oder Kaffee dazu und zünde eine Kerze an. Ich habe Stift und Papier. So, alles fertig für meinen ganz persönlichen Rückblick auf 2017.

Ich schaue zurück mit fünf Fragen, eine Handvoll. Nummer 1: Wen habe ich glücklich gemacht, und wer hat mich glücklich gemacht? Dann weiter, Nummer 2: Für welche drei Dinge bin ich in diesem Jahr besonders dankbar? An dritter Stelle: Was waren traurige Momente? Die letzten beiden Fragen gehören zusammen. Die vierte: Was möchte ich von diesem Jahr 2017 loslassen? Und schließlich fünftens: Was möchte ich ins neue Jahr mitnehmen?

Ich schreibe auf, was mir einfällt. Dann sehe ich es schwarz auf weiß vor mir: Das war mein 2017. Zumindest einige Schlaglichter davon. Zum Schluss bete ich: Dieses Jahr, mein Gott, lege ich zurück in deine Hände, denn du hast es mir gegeben. Danke für das Gute! Danke, wo ich durch schwere Zeiten durchgekommen bin! Das, was mir gelungen ist, und das, was ich falsch gemacht habe, vertraue ich dir an, Gott. Mach das Beste daraus! Und bleib bei mir auch im neuen Jahr.
So, Silvester und 2018, Ihr könnt kommen!

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