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Jerusalema – die Tanzchallenge
Bild: Candid Shots/Pixabay

Jerusalema – die Tanzchallenge

Tanja Griesel
Ein Beitrag von

Tanja Griesel,

Evangelische Pfarrerin, Kassel
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Einen Schritt nach vorne, viermal auftippen, dann den Fuß wechseln, hüpfen, zur Seite und von vorn beginnen, dazwischen mit den Hüften kreisen: So in etwa geht er, der Tanz zu "Jerusalema". Rund um die Welt ist man ihm verfallen. Das liegt auch daran, dass das Lied direkt ins Ohr geht. Es stammt von dem südafrikanischen Musiker Master KG und der Sängerin Nomcebo.

Tanzvideos zu dem Song "Jerusalema"

Weltweit bekannt sind sie, seit zahlreiche Menschen ein Tanzvideo zu Jerusalema aufgenommen haben. In einem YouTube-Video tanzt die Schweizer Polizei, in einem anderen sieht man irische Feuerwehrleute oder australische Krankenschwestern. Auch in Deutschland haben bereits etliche Polizeistationen und Krankenhäuser an dieser Tanz-Challenge teilgenommen.

Die Tanzchallenge setzt ein Zeichen

Immer mehr Menschen, Gruppen und Institutionen schließen sich an, um damit ein Zeichen zu setzen. Das ist ihre Botschaft: Wir halten zusammen - auch in Zeiten der Pandemie.

"Jerusalema" steht für einen Ort, an dem man Frieden findet.

"Mit "Jerusalema" ist ein spiritueller Ort gemeint, an dem man Frieden findet. Es gibt dort keine Sorgen, sondern nur Glück und fröhliche Menschen", erklärt die Sängerin Nomcebo.

Für die Weltreligionen ist Jerusalem ein besonderer Ort

Für die Weltreligionen ist Jerusalem ein besonderer Ort. Mohammed ist von dort gen Himmel gefahren. In Jerusalem stand der jüdische Tempel. Jesus wurde in Jerusalem gekreuzigt. Dort ist er auferstanden. In der Bibel ist das himmlische Jerusalem ein Sehnsuchtsort: Ein Bild für das neue Paradies am Ende der Zeit. Wenn die alte Welt vergeht, wird es einen neuen Himmel und eine neue Erde geben. Gott wird alle Tränen von unseren Augen wischen, schreibt Johannes in der Offenbarung: "Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen" (Off 21,2-4).

Die Tanzvideos zu „Jerusalema“ verbreiten Freude und Hoffnung.

Unser Leben ist weit entfernt von dem, was Nomcebo besingt. Wir sehnen uns nach besseren Zeiten. Die Tanzvideos zu "Jerusalema" bringen mehr als eine Abwechslung in den Corona-Alltag. Sie verbreiten Freude und Hoffnung. Sogar ich – als unbeteiligte Zuschauerin – fühle mich getröstet, wenn ich den Krankenschwestern und Pflegern zusehe, wie sie sich gemeinsam zur Musik bewegen. Das himmlische Jerusalem ist zwar ein Ort der Zukunft. Aber unsere Reise dorthin hat schon begonnen.

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