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Ende gut, alles gut
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Ende gut, alles gut

Anne-Katrin Helms
Ein Beitrag von

Anne-Katrin Helms,

Evangelische Pfarrerin, Erlösergemeinde Frankfurt-Oberrad

Es vergeht fast kein Gespräch, in dem diese Redewendung nicht vorkommt: „Alles gut.“ Alle Welt führt sie im Mund und ich auch. Manchmal halte ich einen Moment inne und rege mich richtig darüber auf. Denn es stimmt ja gar nicht: es ist nicht alles gut. Es gibt viel Schlimmes um mich herum und manches auch in mir. Ich hatte mir schon vorgenommen, „Alles gut“ aus meinem Wortschatz zu streichen.

Aber dann habe ich einen klugen Freund gefragt, was er davon hält. Und er hat mir folgende Geschichte erzählt: „Neulich habe ich Termine durcheinander gebracht und deswegen eine Freundin versetzt. Sie hatte schon länger im Café auf mich gewartet und dann frustriert bei mir angerufen. – Hast du mich vergessen? hat sie gefragt. Ich musste zugeben: Ja. Und peinlicherweise war das nicht das erste Mal. Aber bevor ich lange Erklärungen von mir geben konnte, unterbrach sie mich und sagte: Alles gut! Wir können ja was Neues ausmachen! Hauptsache, es ist dir nichts passiert. Ich habe mir schon Sorgen gemacht.“ Und der Freund sagte zu mir: „Ich weiß, dass es nicht gut war. Und ich glaube, die Freundin fand es auch nicht so super. Aber in dem Moment war das genau das richtige Wort. Es hat mich total getröstet.“

Vielleicht ist „Alles gut“ eine Kurzform der Redensart „Ende gut, alles gut!“ Wenn etwas böse anfängt, und am Ende doch gut ausgeht, dann fallen die Schwierigkeiten vom Anfang nicht mehr ins Gewicht. Und dann passt dieser Spruch. „Ende gut, alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht zu Ende!“ Nach christlichem Glauben hat Gott versprochen: Am Ende wird alles gut. Als Gott am Anfang Himmel und Erde erschaffen hat, sah er sich sein Werk an und sah, dass es gut war. (Gen 1)

Aber die Welt ist nicht gut geblieben. Not und Schuld, Krankheit und Tod sind dazugekommen. Nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in mein Leben. Die Welt und ich darin sind weit entfernt davon, paradiesisch zu sein. Aber ich kann einiges dafür tun, dass das Leben besser wird. So lange ich Zeit habe, will ich damit auch weitermachen. Ich weiß aber: Aus eigener Kraft können weder ich noch andere die Welt zu einem richtig guten Ende bringen. Dass hier der Himmel auf Erden wird, das kann nur Gott.

Der Prophet Johannes im Neuen Testament hat davon eine Vorstellung: Er sieht, wie ein neuer Himmel und eine neue Erde von Gott herabkommen. Da wird es keine Tränen mehr geben und kein Leid, auch keine Schmerzen und kein Geschrei. (Offb 21,1-5) Ich bin gewiss, dass das auch für mich gilt. Gott wird alles, was nicht gut ist, zu sei-ner Zeit gut machen. Das finde ich wirklich sehr tröstlich. Ich glaube: „Alles wird gut!“

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