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"Der Weg zum Himmel führt über die Berge."
Bild: Beate Hirt

"Der Weg zum Himmel führt über die Berge."

Winfried Engel
Ein Beitrag von

Winfried Engel,

Ltd. Schulamtsdirektor i. K. i. R., Fulda
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"Ja, mein Freund, der Weg zum Himmel führt über die Berge." An diesen Satz muss ich immer wieder denken, wenn ich an meine zahlreichen Urlaube in den Bergen denke. Vor Jahren machte ich bei einem solchen Urlaub mit dem Chef des Hotels, in dem wir wohnten, eine Wanderung. Er war in der Gegend großgeworden, von klein auf mit der Natur verbunden und liebte seine Heimat über alles. Abends saßen wir noch zusammen und sprachen über die Schönheit von Landschaft und Natur. Da sagte er plötzlich: "Ja, mein Freund, der Weg zum Himmel führt über die Berge."

Diesen Satz habe ich nie vergessen. Auf den ersten Blick sagt er etwas ganz Einfaches: Der Himmel ist oben, und wenn ich dort hinaufsteigen will, sind die Berge tatsächlich eine Möglichkeit, ziemlich nah heranzukommen. Doch so einfach hatte mein Gesprächspartner das nicht gemeint. Denn naiv war er ganz und gar nicht. Kein Mensch glaubt heute mehr, dass der Himmel einfach oben ist und man nur hoch genug steigen muss, um dorthin zu kommen. Meinem Gegenüber ging es auch nicht um oben und unten. Für den Bergfreund gibt es nämlich noch eine andere Deutung. Die Schönheit der Erde ist auf den Höhen der Berge so gewaltig, dass sie etwas vom Schöpfer ahnen lässt. Man spürt etwas vom Himmel, von dem, was über das nur Irdische hinausgeht. Und von dieser Deutung her kann man die Aussage ausweiten auf alles, was uns diese Erde an Schönheiten zu bieten hat, oder - anders gesagt - der Weg zum Himmel führt über das Staunen. Grund dazu kann eine einzige Blume sein, die man näher anschaut, ein historisches Bauwerk, vor dem man bewundernd steht, eine wunderschöne Landschaft und vieles andere mehr. Entscheidend ist natürlich, dass man den Weg zum Himmel überhaupt finden will. Das setzt die Aussage voraus. Hier wird jeder seine eigene Einstellung haben.

Dennoch: Gerade jetzt, in der Ferien- und Urlaubszeit, bieten sich viele solcher Wege an. Warum sie nicht einfach mal gehen?

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