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Wie eine Kerze im Wind

Wie eine Kerze im Wind

Pia Arnold-Rammé
Ein Beitrag von

Pia Arnold-Rammé,

Katholische Pastoralreferentin, Referentin für Sozialpastoral, Frankfurt
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„And it seems to me you lived your life like a candle in the wind“ – Du lebtest dein Leben wie eine Kerze im Wind – so hat Elton John zum Tod von Lady Di gesungen. Heute vor 39 Jahren, am 29. Juli 1981, war sozusagen ihr Start ins öffentliche Leben: die Hochzeit mit Prinz Charles. Ein Traum, eine Traumhochzeit, ein Traumpaar. Die Menschen, nicht nur in Großbritannien, waren begeistert. Und doch war es von Anfang vermutlich kein sehr glückliches Leben. Nur 16 Jahre später endet es tragisch: Tod bei einem Verkehrsunfall in Paris mit dem Geliebten, vermutlich gejagt von Papparazzi.

Manchmal trügt der Schein

A candle in the wind, eine Kerze im Wind, so sah Elton John Dianas Leben, ungeschützt und immer den Blicken anderer ausgesetzt. Dabei hat ihr Leben doch erst mal traumhaft gewirkt: berühmt sein, reich sein, von Männern begehrt – was kann es mehr geben? Doch der Preis dafür ist offensichtlich hoch. Letztlich geht es irgendwann nicht mehr um das, was ich will oder wer ich bin. Irgendwann zählt nur noch das, was andere von mir erwarten, was andere in mir sehen. Das Bild von der Kerze bedeutet aber auch: Da hat jemand Wärme ausgestrahlt und einen Raum hell  erleuchtet. Lady Di bleibt als „Königin der Herzen“ bei vielen Menschen in Erinnerung. Und sie war Mutter von zwei Söhnen. Auch das ist Teil ihres Lebens.  

Königin der Herzen

Das Leben von Menschen ist vielfältiger, als es auf den ersten Blick erscheint. Das steckt für mich auch in diesem Lied von Elton John. Lasst euch nicht vom schönen oder auch traurigen Schein täuschen, schaut genauer hin. Würdigt den ganzen Menschen, mit all seinen Licht- und Schattenseiten.

Wo Licht ist, ist auch immer Schatten

Die Kerze macht einen Raum hell, aber sie wirft auch Schatten. Den Schatten will ich oft nicht wahrhaben, weder bei mir noch bei anderen. Auf der Sonnenseite des Lebens lebt es sich scheinbar angenehmer. Aber eben nur scheinbar! Nur wenn es mir gelingt, auch meinen Schatten zu integrieren, kann ich ein erfülltes Leben führen. Das schaffe ich aber eben nicht allein. Dazu brauche ich Menschen, die mich so annehmen wie ich bin. Auch wenn ich nicht die supertolle, schlanke und gutaussehende Blondine bin. Aber dafür vielleicht eine Kerze, die nicht von jedem Windhauch erschüttert wird!

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