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Kuriose Wörter
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Kuriose Wörter

Christoph Schäfer
Ein Beitrag von

Christoph Schäfer,

Katholischer Religionslehrer, Rüsselsheim
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Gute-Laune-Grüße helfen gegen Corona-Trübsinn. Zumindest ein bisschen. Freunde und ich mailen uns daher gerne augenzwinkernde Botschaften. Gerade sind wir bei einem besonders  seltsamen Thema gelandet: Wir fahnden im Internet nach Begriffen, die es angeblich weltweit nur in einer Sprache gibt. Und die Begriffe schicken wir dann im Freundeskreis rund. Im Italienischen gibt es zum Beispiel laut Internet ein Spezialwort für das Gefühl, dass man nach einem üppigen Essen zu müde ist, um sich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Es heißt: abbiocco.

Zum Thema „einzigartige Wörter“ gibt es im Internet seriöse Wörterlisten, die sich etwa auf den Autor David Tripolina beziehen. Aber auch viel Quatsch. Ob unsere Fundstücke immer korrekt sind, können wir nicht sagen. Aber wir wollen ja nicht ernsthaft forschen, sondern den Corona-Blues bekämpfen. Und unsere Freundschaft über Kontaktbarrieren hinweg lebendig halten.

Ob die „einzigartigen Wörter“ nun immer stimmen oder nicht: Ich denke gerne über sie nach: Sie bringen nämlich oft psychologische Phänomene auf den Punkt, für die man in anderen Sprachen erst einmal ausholen muss, um sie auszudrücken. Und das führt zu einem verblüffenden Effekt: Manche Vokabeln halten mir Macken vor Augen, die ich im Alltag habe. Die ich aber gerne aus dem Blick verliere.

Zum Beispiel höre ich anderen immer mal wieder nicht richtig zu. Dafür gibt es auf Hawaiianisch eine entlarvende Vokabel: „Akihi“ heißt, dass man eine Weg-Auskunft erhalten – und sofort wieder vergessen hat. Und eine andere Angewohnheit von mir: Im Freundeskreis ausgeliehene Bücher gebe ich manchmal sehr spät zurück. Das wiederum  hat mir das Südsee-Wort „Tingo“ humorvoll wieder vor Augen geführt. Es bedeutet angeblich so viel wie: Man leiht sich so oft Sachen bei einem Bekannten aus, ohne sie zurückzugeben, bis man schließlich dessen gesamten Hausstand gekapert hat.

Die kuriosen Wörter: Sie hellen also nicht nur meine Stimmung auf in Corona-Zeiten. Sie geben mir auch Denkanstöße, um mich im Alltag achtsamer zu verhalten und mir die ein oder andere Macke abzutrainieren. Vielleicht gibt es für diese besondere Art von Wörter-Wirkung in irgendeiner Sprache sogar ein Spezialwort…

 

 

 

 

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