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Die zwei wichtigsten Tage im Leben
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Die zwei wichtigsten Tage im Leben

André Lemmer
Ein Beitrag von

André Lemmer,

Kaplan in der Pfarrei Sankt Raphael in Gelnhausen
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"Die zwei wichtigsten Tage in deinem Leben sind der Tag, an dem du geboren wirst, und der Tag, an dem du herausfindest, warum."

Am Anfang des Actionfilms "The Equalizer" mit Denzel Washington wird dieses Zitat eingeblendet und dem Schriftsteller Mark Twain zugeschrieben. Ich muss sagen, dieses Zitat hat mich beeindruckt und ich habe sofort versucht zu recherchieren, in welchem Zusammenhang oder Buch Mark Twain dieses Zitat hat fallen lassen. Ich konnte es nicht herausfinden. Scheinbar hat Twain es nie gesagt oder niedergeschrieben.

Na ja, es bleibt zumindest eine gute Lebensweisheit, oder? Irgendwie schmeichelt es mir. Und es gibt mir Mut, weiter nach dem Sinn meines persönlichen Daseins zu suchen, wenn ich ihn noch nicht gefunden habe.
Denzel Washington als "The Equalizer", was man mit "Der Ausgleicher" übersetzen kann, findet seinen Lebenssinn. Er findet ihn darin, Gerechtigkeit wiederherzustellen und somit einen Ausgleich zu schaffen zu Leid, das verursacht wurde.

Was ist mit meinem Lebenssinn? Damit meine ich die Antwort auf das Gefühl in meinem Leben, dass da noch etwas sein muss, für das ich bestimmt bin. Ganz persönlich habe ich schon eine Antwort erfahren.
Ich habe in meinem Leben erfahren, dass diese beiden wichtigsten Tage untrennbar miteinander zusammenhängen: Gott sagt mir immer wieder, dass ich geboren wurde, weil er mich liebt. Ich bin ihm so wertvoll, dass er mich ins hier und jetzt gerufen hat, nur damit er mich lieben kann.
Wenn Sie diese Antwort nun ein bisschen unzufrieden zurücklässt, kann ich Ihnen nur zustimmen. Denn es fehlt noch etwas. Es fehlt das, was aus dieser Erfahrung das Besondere macht, welches jedes Leben auszeichnet.
Und ich glaube, das Besondere ist das, was ich selbst daraus mache.
Aus der Erfahrung so geliebt zu sein, dass Gott sich keine denkbare Welt ohne mich vorstellen kann und ich deshalb geboren wurde, muss ich etwas machen. Vielleicht bekomme ich daraus einfach Mut zum Ausgleichen. Den Mut etwas wieder gut zu machen, was in dieser Welt schiefläuft. Nicht mit Pistolen und Gewalt, wie es der Equalizer tut. Vielleicht reicht es, anderen Menschen zu zeigen, dass aus der Erfahrung der zwei wichtigsten Tage in ihrem Leben etwas ganz Besonderes werden kann, das die Welt, die wir lieben und Gott auch, ein Stückchen ausgeglichener macht.

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