Ihr Suchbegriff
Anpassung und Widerstand
Bildquelle Pixabay

Anpassung und Widerstand

Dr. Joachim Schmidt
Ein Beitrag von

Dr. Joachim Schmidt,

Evangelischer Pfarrer, Darmstadt

Noch zwei Tage sind es bis zum 31. Oktober 2017, an dem sich der Beginn der Reformation durch Martin Luther im Jahre 1517 zum fünfhundertsten Mal jährt. Seit Monaten hat kaum jemand eine Chance, an diesem Jubiläum vorbei zu kommen. In zwei Tagen wird es um die Kirche wieder stiller werden. Doch die großen Fragen zum Auftrag der Kirche und der Christen werden bleiben. Deshalb möchte ich heute versuchen, mich genau dieser Frage zu nähern: Was eigentlich ist die Aufgabe von Christen und Kirchen heute? Wie angepasst müssen beide sein – und doch, wie widerständig?

Ich lade Sie ein, dazu mit mir in Gedanken eine Reise über viertausend Kilometern und rund zweitausend Jahre in eine weit zurückliegende Vergangenheit zu unternehmen. Unser Ziel ist der Südwesten der heutigen Türkei, etwa 180 Kilometer von Antalya, in römischer Zeit die Landschaft Phrygien in der Provinz Asien.

Musik: Fazıl Say, Hezarfen Concerto for Ney and Orchestra, Orchester des Nationaltheaters Mannheim unter Güter Aykal

Mitten in einem der größten Baumwoll-Anbaugebiete der Türkei in Südwest-Anatolien liegt heute die Textil-Industriestadt Denizli. Rund sechs Kilometer nördlich davon schlummern unter einem Hügel mit Gras, Sträuchern und wenigen Bäumen die Ruinen einer großen antiken Stadt, die sich wohl über mehr als fünf Quadratkilometer erstreckte. Nur selten verirren sich Touristen auf das kleine Ausgrabungsfeld, wo man immerhin Grundmauern, zahllose Säulen, ein Forum, Thermen, drei Theater und eine gewaltige Prachtstraße freigelegt hat.

Im ersten Jahrhundert nach Christus war Laodicea die zweitgrößte Stadt in Phrygien und wichtiges Verwaltungszentrum der Römer, vor allem reich geworden durch den Handel mit Baumwolle. Man zeigte seinen Reichtum gerne vor: Im ganzen römischen Reich war nur der Circus Maximus in Rom größer als das Stadion von Laodicea, nur die Caracalla-Thermen in Rom größer als die Thermen dieser Stadt. In Laodicea war man einfach wohlhabend. Und es gab dort eine jüdische und später auch eine christliche Gemeinde.

Eine Kleinstadt ganz in der Nähe namens Kolossä ist heutigen Christen möglicherweise schon geläufiger. Sie kennen den Namen vielleicht aus dem Kolosserbrief im neuen Testament, den möglicherweise der Apostel Paulus verfasst hat. Ganz sicher ist das freilich nicht. Auch in Kolossä existierte schon früh eine Christengemeinde, die auf einen Mitarbeiter des Paulus namens Epaphras zurück ging. Der gleiche Mann scheint auch die Gemeinde von Laodicea gegründet zu haben. Man kannte sich also gegenseitig gut in beiden Städten. Aber abgesehen von zwei, drei Nebenbemerkungen im Kolosserbrief hat die Christengemeinde im reichen Laodicea keinerlei Spuren im Neuen Testament hinterlassen. Mit einer einzigen, unerfreulichen Ausnahme:

Johannes: Und dem Engel der Gemeinde in Laodicea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.

Am Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus verfasste ein Unbekannter, der sich Johannes nannte, bildgewaltige, rätselhafte und für uns heute schwer verständliche Offenbarungen über das bevorstehende Ende der Welt. Sie bilden heute das letzte Buch des Neuen Testaments. Von Gott direkt will Johannes seine Visionen empfangen haben, während eines Aufenthalts auf der römischen Sträflingsinsel Patmos. Gleich am Anfang erscheinen sieben so genannte Sendschreiben an namentlich genannte Christengemeinden. Die Beurteilungen dieser Gemeinden sind weithin positiv und tröstlich, bis auf die letzte: Laodicea.

Johannes: Ach dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.

Musik: Fazıl Say, Istanbul Symphony Op. 28, II. Tigris River, Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra unter Güter Aykal

Wer vom Ausgrabungsgelände der uralten Stadt Laodicea im heutigen West-Anatolien nach Norden schaut, erblickt in etwa zehn Kilometern Entfernung ein einzigartiges Natur-Denkmal, die weithin sichtbaren Kalksinter-Terrassen von Pamukkale, heute UNESCO Weltkulturerbe. Sie erscheinen wie gewaltige kilometerlang weiße Walzen aus Baumwoll-Watte, wie von Riesen aufgetürmt. Pamuk heißt auf Türkisch Baumwolle, Pamukkale die Baumwollberge. Täglich sprudeln hier Zehntausende Kubikmeter heißen Thermalwassers aus dem Erdinnern und ergießen sich über die schneeweißen Hänge mit ihren jahrtausendealten Kalk-Ablagerungen.

Die heilende Wirkung dieses Wassers für viele Krankheiten war schon seit Urzeiten bekannt und zog Wohlhabende von überall her an. Einen florierenden Kurbetrieb rund um das heilige Wasser mit betuchten Gästen und Pilgern gab es nicht nur in Hierapolis, sondern auch im nur wenige Kilometer entfernten Laodicea an der Kreuzung uralter Handelsstraßen. Handel hatte die Stadt reich gemacht, vor allem Handel mit Baumwolle. Als um das Jahr 60 nach Christus ein großes Erdbeben die Stadt in Trümmer gelegt hatte, gelang den Bewohnern in wenigen Jahren der Wiederaufbau aus eigener Kraft.

In römischer Zeit gab es eine eigene kunstvolle Leitung für das heiße Thermalwasser von den weißen Terrassen nach Laodicea. Bei Ausgrabungen wurden viele Röhren-Reste gefunden, dick zugesetzt mit den Ablagerungen des höchst mineralhaltigen Wassers. Fließend Warmwasser scheint in den besser gestellten Haushalten von Laodicea kein Problem gewesen zu sein. Das kalte Wasser kam dagegen aus nahen Quellen bei Kolossä. Auf einmal gewinnt das merkwürdige Bild in der Offenbarung des Johannes über die Laodicea-Gemeinde sehr greifbare Konturen.

Johannes: Ach dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.

Nun ja, das heiße Thermal-Wasser der Sinterterrassen von Hierapolis kam wohl nach zehn Kilometern durch Steinröhren in Laodicea tatsächlich nur noch lauwarm an. Und der Geschmack dürfte ähnlich gewesen sein wie bei den meisten so schrecklich gesunden Heilquellen. Aber was um alles in der Welt veranlasste den Verfasser der Offenbarung des Johannes gegenüber der Christengemeinde von Laodicea zu seinem vernichtenden Urteil: Ich spucke dich förmlich aus!

Vielleicht hilft ein Blick in die Zeitgeschichte. Die Offenbarung des Johannes entstand wahrscheinlich während des ersten großen Überlebenskampfes der Christenheit. In den achtziger und neunziger Jahren des ersten Jahrhunderts nach Christus gab es in der Regierungszeit des römischen Kaisers Domitian systematische Christenverfolgungen. Die politische Lage war für Christen lebensgefährlich. Wer erkannt wurde und sich weigerte, als Zeichen seiner Staatstreue in einem Tempel dem römischen Kaiser als Gott zu opfern, auf den warteten drakonische Strafen bis zur Hinrichtung.

Seit den Zeiten Jesu aber war und ist das Christentum ein Glaube, der weitererzählt werden will. Die frohe Botschaft von der wunderbaren Liebe Gottes, die in Jesus Christus sichtbar wurde, ist zu groß für ein stilles Kämmerlein. Wer davon ergriffen ist, wird das nicht für sich behalten können. So war es zumindest ganz am Anfang. Doch nun, in Zeiten der Todesgefahr? War es denn nicht viel klüger, erst einmal nicht aufzufallen – auch, um niemanden zu gefährden? Wahrlich, nicht jeder hat das Zeug zum Märtyrer.

Johannes: Du sprichst: Ich bin reich und habe mehr als genug und brauche nichts! und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.

An seinem vernichtenden Urteil gegenüber der Gemeinde von Laodicea lässt der Text der Johannes-Offenbarung keinen Zweifel: Elend und jämmerlich, arm, blind und bloß nennt er sie. Mit einem Wort: Versager. Wie es wirklich um den Geist der Gemeinde von Laodicea stand, wissen wir freilich nicht.

Mag ja sein, dass aus Sicht der Betroffenen alles ganz anders war. Dass sie einfach nicht auffallen wollten, ihren Glauben nicht zur Schau stellen, in ihren kleinen Zirkeln sehr fromm waren, aber schlicht in Deckung gingen, wo es brenzlig wurde. Dass es ihnen angezeigt erschien, zu schweigen oder zu leugnen bei Befragungen durch die staatlichen Ordnungshüter. Dass sie dann am Ende um des lieben Friedens willen doch im Kaiser-Tempel auf dem Forum ein Opfer brachten und ihn damit als Gott anerkannten und eben nicht Jesus Christus. Schon immer gab es viele gute Gründe, kein Aufsehen zu erregen und es sich mit niemandem ernsthaft zu verscherzen. Ich fürchte: Das gilt auch für die Kirche heute.

Musik: Einar Englund, Symphony Nr. 4, Turku Philharmonie Orchestra unter Norma Panula

Niemals hätte sich der christliche Glaube in den ersten, schweren Jahrzehnten seiner Geschichte so schnell in der damals bekannten Welt ausbreiten können, hätte es nicht viele begeisterte Zeugen der Botschaft des Jesus Christus von der Gnade Gottes gegeben. Der bekannteste war der Apostel Paulus. Auch Strafen und Verfolgung durch den römischen Staat hielten ihn und ungezählte Andere nicht davon ab, den neuen Glauben weiter zu tragen. Von solcher Ausstrahlung, von Wachstum, von Mission kann heute bei uns nicht mehr die Rede sein. Religion gilt als Privatsache, über die man nicht mehr als nötig redet. Noch 1950 gehörten in Deutschland nahezu alle Menschen einer der großen Kirchen an. Heute sind es nur noch knapp 60 Prozent. Fast 400.000 Menschen verlassen inzwischen die Kirche – pro Jahr. Da ist wohl eine Menge schiefgegangen.

Das Wissen über biblische Geschichten, den Ursprung der großen Feste und den Inhalt des christlichen Glaubens nimmt seit Jahrzehnten dramatisch ab. Ein verbreiteter Vorwurf lautet, die Christen seien dabei, sich selbst zu säkularisieren, verweltlichen, ihre Wurzeln aufzugeben. Da könnte was dran sein.

Da wir gerade von Konjunktur reden: Auch die Stadt Laodicea in Phrygien in der heutigen Süd-Türkei besaß im ersten Jahrhundert nach Christus eine erhebliche Wirtschaftskraft, und sicher profitierten auch die Christen davon. Da gab es Goldschmiede, die an den römischen Tempeln kleine Götterstatuen als Souvenirs für die betuchte Kundschaft feilboten. Nicht selten streckten Schwindler das Gold mit minderwertigem Metall. Jeder wusste das.

Auch kannte man in Laodicea ein Verfahren, Stoffe mit Wurzelsaft purpurrot zu färben. Purpur war die Farbe des Adels. Die roten Stoffe waren hoch begehrt, viel günstiger als die mit dem Farbstoff der teuren Purpurschnecken aus Syrien. Sogar die purpurroten Segel der Nilbarken von Kleopatra seien, so heißt es, in Laodicea gefertigt worden. Und schließlich gab es eine berühmte Augensalbe made in Laodicea, eine gefragte Medizin, die wohl aus dem ganz speziellen Thermalwasser der Heilquellen gewonnen wurde, ebenfalls ein Exportschlager.

Waren die Christen in Laodicea in solche Geschäfte verwickelt? Hatten sie es sich behaglich in Wohlstand eingerichtet, brannten nicht mehr für die Sache Jesu und blieben lieber unter sich? Der Verfasser der Johannes-Offenbarung hatte dazu jedenfalls eine klare Meinung, und in seinem strafenden Sendschreiben erlegte er sich keine Zurückhaltung auf.

Johannes: Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest. Welche ich lieb habe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!

Es geht Schlag auf Schlag: Alles das Gegenteil des Üblichen. Lauteres, also nicht betrügerisches Gold, weiße, keine herrschaftlich purpurroten, sondern weiße Kleider und Salbe nicht zum gewinnbringenden Verkauf, sondern für die eigenen, nur angeblich gesunden Augen. Konnten Christen von Laodicea ihre eigene Blindheit nicht erkennen? Die bittere Anklage ist unüberhörbar. Mir scheint, dass alle Vorwürfe mit dem Thema Anpassung zusammenhängen. Kann es sein, dass Christen, die unauffällig in Deckung bleiben, Wesentliches verpassen?

Es ist die uralte Frage nach Anpassung und Widerstand. Natürlich sind Christen immer auch Mitglieder der Gesellschaft, in der sie leben und müssen sich in die Gemeinschaft einfügen. Integration ist selbstverständlich, aber sie ist nicht alles, auch wenn viele heute die Kirchen darauf beschränken möchten: Mischt euch nicht ein in die öffentlichen Debatten, heißt es, seid auf jeden Fall unpolitisch, fallt nicht auf, lasst euren Glauben zu Hause, bleibt unter euch, beschränkt euch auf das Seelenheil, am besten nur auf das eigene.

Aber eben genau das reicht nicht. Wo der christliche Glaube an die menschenfreundliche Liebe Gottes in Menschen wirklich lebendig ist, da werden sie Partei ergreifen. Da werden sie nicht schweigen, wenn Unrecht geschieht, die Schöpfung beschädigt wird, Flüchtlinge diffamiert und Menschenrechte verletzt, wenn Wut und Hass gesät werden. Zu tun gäbe es genug. Das alles geschieht ja auch, aber mein Eindruck ist: Es geschieht viel zu selten. Ich kenne das von mir selber, wenn ich immer einmal wieder doch lieber den Mund halte, um mir keinen Ärger einzuhandeln.

Dass das so nicht geht, haben die Kirchen im Prinzip begriffen. Gerade jetzt, im zu Ende gehenden Lutherjahr, haben sie viel getan, um bei vielen lebenswichtigen Fragen öffentlich Jesu Position zu beziehen. Aber zugleich wird die öffentliche Stimme der Kirche immer leiser, und zwar nicht ohne eigene Schuld. Nur noch wenige Menschen wissen heute, warum Ostern gefeiert wird oder Pfingsten, und dass Weihnachten mit einem weißbärtigen Mann und Rentieren rein gar nichts zu tun hat.

Dabei wäre heute nichts heute wichtiger als die Besinnung auf die Wurzeln des christlichen Glaubens. Gesucht sind Menschen, die die Geschichten der Bibel und das Evangelium von der Liebe Gottes in Jesus Christus nicht zur Privatsache, sondern zu einem öffentlichen Thema machen, gerade jetzt in der Auseinandersetzung mit dem Islam. Denn nur dann, wenn man gefestigt seinen eigenen Glauben lebt, ist man ein guter Gesprächspartner für ein friedliches Gespräch zwischen den Religionen.

Johannes: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt

Musik: Fazıl Say, Istanbul Symphony Op. 28, VIII. Oriental Night, Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra unter Güter Aykal

Das antike, reiche und einst so stolze Laodicea wurde im Jahre 494 nach Christus durch ein gewaltiges Erdbeben zerstört und später nach und nach von seinen Bewohnern verlassen. 2010 entdeckte man auf dem Ausgrabungs-Gelände auf dem einstigen Hügel der Stadt oberhalb des Flüsschens Lykos die Reste einer der ältesten Groß-Kirchen der Welt, eine gewaltige Basilika aus dem frühen vierten Jahrhundert. 2000 Quadratmeter Grundfläche, zehn wuchtige Pfeilerfundamente für das Dach, gut erhaltene Mosaiken, Fresken und auch Münzen, die eine recht genaue Datierung auf die Jahre zwischen 313 und 320 erlaubten. Ein in den Boden eingelassenes Taufbecken mit Stufen war offensichtlich für Massentaufen ausgelegt. Kein Wunder: In jener Zeit des römischen Kaisers Konstantin wurde das Christentum in wenigen Jahrzehnten offizielle Staatsreligion. Keiner wollte den Anschluss an die neue Religions-Politik verpassen. Die Verantwortlichen der Gemeinden brauchten dringend große Kirchen und große Taufbecken.

Der riesige Bau muss noch deutlich vor der Hagia Sophia in Konstantinopel oder der Konstantins-Basilika in Trier entstanden sein. Geld gab es auch damals in Laodicea noch genug. Eine Rolle der Kirche als Staatsmacht begann, die in Europa eineinhalb Jahrtausende andauerte. Im Jahre 2011 verkündete die regionale türkische Kulturbehörde frohgemut, man wolle den sensationellen Fund der Weltöffentlichkeit groß vorstellen. Zur Eröffnung solle der Papst eingeladen werden. Irgendwie wurde daraus nichts.

Vielleicht ließen ja die innenpolitischen Entwicklungen der letzten Jahre in der Türkei einen großen Öffentlichkeits- Rummel um eine frühe Stätte der Christenheit nicht wünschenswert erscheinen. So halten bis heute nur wenige Touristenbusse auf dem weitläufigen Parkplatz am Fuße des geheimnisvollen Hügels von Laodicea, wo es so viel zu lernen gäbe: Über öffentliches Schweigen und Reden von Christen, über stille Anpassung und öffentlichen Widerstand und nicht zuletzt über die Frage, wieviel Mut Sie und ich aufbringen, um dem christlichen Glaube auch heute lebendig und glaubwürdig Gehör zu verschaffen.

Musik: Fazıl Say, Istanbul Synphony Op. 28, V. About the travellers to Anatolia departing from the Haydar Pasha train Station
Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra unter Güter Aykal

Weitere Themen

Das könnte Sie auch interessieren