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„Schmuckstück“
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„Schmuckstück“

Alexandra Becker
Ein Beitrag von

Alexandra Becker,

Katholische Pastoralreferentin, Pfarrei St. Franziskus, Frankfurt

Es gibt ein paar Schmuckstücke, die sind mir wirklich wichtig. Die trage ich nicht jeden Tag, sondern nur zu außergewöhnlichen Anlässen. Und ich glaube nicht, dass es nur mir so geht: Schmuck anlegen, das ist ein besonderer Moment. Und meistens bleibt auch ein wichtiger Effekt nicht aus: Ich fühle mich schöner oder wenn man so will: wertvoller.

Der Wunsch, sich schmücken zu wollen, ist uralt. Sogar prähistorisch. Schon in der Steinzeit haben Menschen Schmuck hergestellt und zum Teil wunderschöne, filigrane Stücke geschaffen. Wir schmücken uns nicht nur, um uns schöner zu fühlen. Auch, um dazu zu gehören. Wenn ich Trends mitmache, zum Beispiel.

Oder aber auch, um mich abzugrenzen, um das Individuelle zu unterstreichen. Und manchmal ist es auch eine Möglichkeit, mich auszudrücken. Das zur Schau zu tragen, was mir wichtig ist. Bei Tätowierungen fällt mir das besonders auf. Zugegeben: eine spezielle Form von Schmuck. Aber auch eine sehr alte Tradition. Die wenigstens Tattoos werden einfach mal eben gestochen. Oft stehen dahinter Geschichten oder ein bestimmtes Ereignis oder Beziehungen. Das gilt natürlich auch für anderen Schmuck. Ringe zum Beispiel sind das Symbol schlechthin für Beziehungen: Freundschafts-, Verlobungs-, Eheringe. Häufig mit einer Gravur und verbunden mit einem Versprechen.

Oder das kleine Goldkreuz, das ich zu meiner Erstkommunion bekommen habe. Ich trage es fast nie, aber es bedeutet mir sehr viel. Weil die, die es mir geschenkt haben, mir wichtig sind und weil es für mich auch ein Zeichen für Beziehung ist. Für meine Beziehung zu Gott und seiner Verbindung zu mir. Gleich am Anfang der Bibel steht: Als Gott den Mensch erschaffen hatte, hat er festgestellt: Es war sehr gut, was er da gemacht hatte. Das sag ich mir manchmal, wenn ich morgens in den Spiegel schaue. Mit einem ironischen Grinsen zwar, aber ganz ehrlich im Vertrauen, dass Gott mich sehr gut findet und bestimmt auch sehr schön. Und dann lege ich meinen Schmuck an, habe diese Zusage Gottes im Ohr und fühle mich tatsächlich schöner.

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