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Zu Entscheidungen stehen

Zu Entscheidungen stehen

Alexandra Becker
Ein Beitrag von

Alexandra Becker,

Katholische Pastoralreferentin, Pfarrei St. Franziskus, Frankfurt
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Moderator/in: Morgen ist der 29. März. Drei Jahre war dieser Tag in aller Munde als der Termin für den Brexit. Morgen aber wird es jetzt doch keinen Brexit geben. Und es ist sogar nach drei Jahren immer noch nicht klar, ob es überhaupt zum Brexit kommen wird und wie es weitergehen wird mit Großbritannien und der EU. Alexandra Becker von der katholischen Kirche: das ist schon ziemlich chaotisch, was die Briten da veranstalten, oder?

Also, was mir grundsätzlich gefällt, ist, dass immer noch um eine gute Lösung gerungen wird. Aber dieses Hin und Her seit drei Jahren geht mir mittlerweile schon auf die Nerven. Ich denk dann: Liebe Briten, ihr habt eine Entscheidung getroffen – jetzt steht auch dazu! Ich find das wichtig: zu Entscheidungen zu stehen. Wenn ich einen Weg einschlage, will ich den auch konsequent gehen. Dann muss ich eben akzeptieren: Mit jedem neuen Weg entscheide ich mich automatisch gegen andere Wege. Ich kann nicht auf jeder Party tanzen. In der Bibel steht: „Euer Ja sei und Ja und euer Nein sei ein Nein“ (Mt 5,37). Das find ich grundsätzlich auch wichtig.

Das ist aber natürlich echt nicht einfach. Wie triffst du solche Entscheidungen?

Ich versuche vor wichtigen Entscheidungen wirklich gut zu überlegen: Wie sind die Argumente für den ein oder andren Weg? Und: Kann ich meinen Weg dann auch wirklich einhalten? Bin ich bereit, zu meinem Ja oder zu meinem Nein zu stehen? Das hat mit Konsequenz zu tun.

Und wenn du dich doch mal falsch entschieden hast?

Naja, zu falschen Entscheidungen stehen, kann natürlich auch heißen: Ich trag die Konsequenzen - und versuche dann doch, aus meinem Nein ein Ja zu machen. Auch das kennt übrigens schon die Bibel: Menschen, die neue Entscheidungen treffen, weil eine alte sich als falsch entpuppt hat. Umkehr nennt sie das. 

 So einfach ist es beim Brexit aber nicht.

 Nein. Ich weiß auch nicht, wie die Verhandlungen weitergehen. Aber mir liegt Europa am Herzen und ich würde die Briten schon sehr vermissen.

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