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Zitate des heiligen Augustinus
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Zitate des heiligen Augustinus

Beate Hirt
Ein Beitrag von

Beate Hirt,

Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim hr, Frankfurt
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Er war einer der ganz großen Heiligen, und es gibt von ihm ein paar richtig bekannte Zitate: vom heiligen Augustinus. Heute ist sein Gedenktag. Er hat im vierten und fünften Jahrhundert gelebt. Aber seine Sätze passen oft auch heute noch ganz genau, finde ich.

Wer singt, betet doppelt

„Wer singt, betet doppelt!“ Das ist so ein Satz, der von Augustinus überliefert ist, und er gefällt mir richtig gut. Ich singe sehr gerne, vor allem im Chor, am liebsten geistliche Musik, von Bach zum Beispiel. Wie gut, dass das jetzt ganz langsam und in kleinen Ensembles wieder losgehen kann. Auch mir geht es dabei so: Wenn ich singe, dann hab ich das Gefühl, ich bete doppelt. Ich spüre meinen Glauben nicht nur im Kopf, sondern auch im Herz, im ganzen Körper, der schwingt und singt. Worte bekommen für mich beim Singen einen viel intensiveren Klang. Und ich fühl mich enger und näher mit Gott verbunden. „Wer singt, betet doppelt!“

Liebe – und dann tu, was du willst!

Es gibt noch ein anderes Zitat des heiligen Augustinus, das mir gut gefällt. „Liebe – und dann tu, was du willst!“ heißt es. Will sagen: Wenn du etwas mit Liebe anpackst, dann wird es schon richtig sein. Dann kannst du eigentlich nichts falsch machen. Gott ist die Liebe, das ist einer der Schlüsselsätze der Bibel, und Augustinus hat das immer wieder aufgegriffen. Alles dreht sich um die Liebe – im Leben und auch im Glauben. Wenn du die Liebe zum Ausgangspunkt nimmst – dann bist du ziemlich sicher auf dem richtigen Weg. Die Liebe engt dann nicht ein, sie macht frei – sie eröffnet Möglichkeiten. „Liebe – und dann tu, was du du willst!“

Wenn du ihn verstehst, dann ist es nicht Gott

Und ein drittes Zitat gibt es vom heiligen Augustinus, das mich fasziniert. Es ist nicht ganz so bekannt wie die anderen beiden Sätze und vielleicht auch etwas komplizierter und rätselhafter. „Wenn du ihn verstehst, dann ist es nicht Gott.“ Ein spannender Satz. Für mich steckt darin die Botschaft: Gott ist nicht fassbar. Er ist viel größer und weiter, als ich denke. Wenn ich gerade meine: Jetzt hab ich verstanden, wer oder was dieser Gott ist – dann lieg ich schon wieder falsch. Dann ist das, was ich vor Augen hab, gerade nicht Gott. Das passt natürlich auch zu dem Gebot aus der Bibel: „Du sollst dir kein Bild von Gott machen!“ (vgl. Deuteronomium 5,8)

Gott übersteigt unser Vorstellungsvermögen

Aber der Satz von Augustinus geht fast noch einen Schritt weiter: Du kannst dir gar kein Bild von Gott machen! Das macht mich einerseits demütig: Alles, was ich mir unter Gott vorstelle, ist unter Vorbehalt zu verstehen. Aber ich find es auch faszinierend: Gott ist eben größer und vielfältiger und unbeschreiblicher, als wir Menschen uns das denken können. Er ist auch nicht nur er, sondern mit der gleichen Berechtigung eine Sie. Nicht nur Vater, sondern Mutter, kein weißer Mann und keine schwarze Frau oder vielleicht am ehesten alles zusammen? „Wenn du ihn verstehst, dann ist es nicht Gott“.

Ich finde wirklich: Der heilige Augustinus hat kluge Sätze gesagt.

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